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Kommunen und Verwaltung

Was haben Kommunen und Verwaltung mit der Biologischen Vielfalt Hessens zu tun ?

 

Kommunen und Verwaltung sind besonders wichtige Akteure, denn sie besitzen in der Öffentlichkeit eine Vorbildfunktion. Die Kommunen können das öffentliche Bewusstsein zur Bedeutung der Biologischen Vielfalt in Hessen beispielsweise durch zielgerichtete Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität in Verbindung mit Erklärungstafeln stärken, z. B. Anlage mehrjähriger Blühwiesen und -inseln mit nektarreichen Wildpflanzen oder Gestaltung der Wegränder. Dabei sollte möglichst das für die Gegend geeignete Regiosaatgut verwendet werden (Vorteile, Anbieter).

Auch durch die Wahl der zum gewünschten Zeitpunkt blühenden Pflanzen, egal ob Stauden oder Sträucher, Hecken und Gehölze, kann die Kommune dazu beitragen, dass Bienen und andere Insekten ausreichend Nahrung finden. Das ist insbesondere dann notwendig, wenn im Feld nichts blüht - vor allem im zeitigen Frühjahr und ab Mitte Juni. Auch für die Straßenrandbegrünung geeignete Bäume können dies leisten.

Zur Vermeidung von Verlusten und unzureichender Tracht sollten geeignete kommunale oder industrielle Flächen mind. 10 qm groß sein und nicht an Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen liegen. Professionelle Unterstützung bei der Anlage solcher Flächen mit Wildpflanzen bieten in Hessen beispielsweise die Naturgartenexperten.

 

Die Kommunen können so zugleich den Bürgerinnen und Bürgern gezielt Impulse geben. Angesichts der umfassenden Kompetenzen der Verwaltungen und kommunalen Gremien in zahlreichen Planungs- und Politikfeldern obliegen Ihnen nämlich wesentliche Entscheidungen über den Umgang mit der Natur und Landschaft vor Ort. Darüber hinaus kann durch den Erhalt und die Entwicklung der biologischen Vielfalt in Hessen langfristig ein großer Mehrwert in ihrem Bereich erzielt werden. Zum Beispiel führt der Einsatz von Wildpflanzen zu reduzierten Pflegekosten und dem Abbau von Arbeitsspitzen. Durch die Nutzung der zahlreichen Möglichkeiten zum Erhalt der biologischen Vielfalt schaffen die Kommunen zugleich die Grundlage einer nachhaltigen Stadt- oder Dorfentwicklung in Hessen.

Deshalb wird im Rahmen der Städtebauentwicklung in anerkannten Städtebaufördergebieten die Anlage von Freiräumen gefördert, die zur Verbesserung der Lebensqualität in den Städten unverzichtbar sind. Diese Freiräume dienen zugleich der Naherholung, der Gesunderhaltung und auch der Verbesserung des Kleinklimas und des Wohlbefindens.

Warum interessieren sich hessische Kommunen für Biodiversität ?

 

Die Förderung der biologischen Vielfalt in den Kommunen Hessens verbessert nicht nur deren Attraktivität, sondern - wie holländische Studien belegen - auch das Wohlbefinden der Bewohner. Investitionen in die Steigerung der Biodiversität sind wirtschaftlich sinnvoll, da sie die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich die Organismen an sich ändernde Rahmenbedingungen anpassen und so – trotz z.B. Klimaänderungen – auch weiterhin die lebensnotwendigen Ökosystemleistungen liefern. So kann ein und dieselbe Landfläche mit ihrem Bewuchs vielfachen Nutzen bieten. Neben der Verbesserung des Erholungswertes und der Gesundheit versorgen Ökosysteme unsere Gesellschaft mit lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen: Sie liefern beispielsweise sauberes Wasser und reine Luft, speichern Kohlenstoff und bestäubende Insekten (wie z.B. Honig- und Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen) sichern die Bestäubung der Pflanzen. Auch im Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels spielt die biologische Vielfalt eine zentrale Rolle in Hessen, denn sie ermöglicht erst die Anpassungen an veränderte Bedingungen, längere Trockenheit, Starkregen, Überschwemmung und schützt, z.B. in Form der Auwälder, vor Hochwasser.

Werden diese natürlichen Regulierungskräfte geschädigt, leidet nicht nur die Biodiversität, sondern auch wir Menschen. Deshalb brauchen wir funktionierende Ökosysteme, deren Dynamik von der Vielfalt der in ihnen lebenden Lebewesen bestimmt wird. Auch wenn sich Ökosysteme kontinuierlich weiterentwickeln, hat sich vor allem in dichter bevölkerten Regionen die Struktur der Flächen in noch nie da gewesenem Tempo verändert. Folgen von fragmentierten und verbauten Landschaften sind eingeschränkte Wandermöglichkeiten der Arten. Das führt tendenziell zu einer abnehmenden biologischen Vielfalt in Hessen und damit zu einem verringerten Anpassungsvermögen an sich ändernde Rahmenbedingungen. Die Natur kann dann dem Menschen in Zukunft nur noch eingeschränkt Ökosystemleistungen liefern.

Um das zu verhindern, sollten wir unsere Ökosysteme entsprechend erhalten, fragmentierte natürliche und naturnahe Landschaften vernetzen und geschädigte Lebensräume optimieren. Das ermöglicht gleichzeitig vielfaltige positive Nebeneffekte und Win-win-Lösungen, einschließlich der Schaffung von Arbeitsplätzen.

Was können Kommunen und Verwaltung konkret tun, um die biologische Vielfalt in Hessen zu stärken ?

 

Initiieren Sie Projekte zum Schutz der Arten und Lebensräume der Hessenliste, für deren Erhaltung und Entwicklung die jeweiligen Landkreise, kreisfreien Städte oder Sonderstatusstädte eine besondere Verantwortung besitzen. Das Land Hessen, aber auch Stiftungen, Bund und EU, unterstützen entsprechende Projekte.

 

Organisieren Sie Informationsveranstaltungen oder Workshops zum Thema Biodiversität. Diese dienen nicht nur der Öffentlichkeitsarbeit, der Vernetzung von Akteuren und dem Aufzeigen von Best-Practice Beispielen mit Handlungsanleitungen sondern auch der Werbung zusätzlicher Unterstützer.

 

Ermöglichen Sie einen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis am gezielten Projekt.

 

Berücksichtigen Sie die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt Hessens bei allen Entscheidungen, z.B. bei der Anlage öffentlicher Grünflächen und Beete, oder bei Ausschreibungen von Bauvorhaben.

 

Machen Sie das Thema biologische Vielfalt in Hessen in der eigenen Verwaltung bekannt. Sorgen Sie für einen regen Austausch zum Thema Biodiversität und wie sie durch entsprechende Entscheidungen z.B. im Werks- oder Haushaltsausschuss erhalten werden kann.