Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

September 2021: Äskulapnatter & Annette Zitzmann

Geschickter Kletterer

Der Name der Äskulapnatter wurde vom griechischen Heilgott Asklepios abgeleitet. Der Äskulapstab wird bis heute von Ärzten und Apothekern als Zeichen geführt. Die Natter ist nicht giftig. Aufgrund ihrer Schuppenbeschaffenheit kann die Äskulapnatter sehr gut auf Bäume oder in Dachböden klettern. Männchen werden bis zu 2 Meter lang, die Weibchen sind etwas kleiner.

Die Natter fühlt sich in Laubwäldern, auf trockenen Südhanglagen, in der Nähe von Bächen und auf Streuobstwiesen besonders wohl.

Katgorie orange: der Erhaltungszustand der Äskulapnatter in Hessen ist unzureichend.

Bild Äskulapnatter: © Kevin Esser
www.natura-rica.com

Die braune Äskulapnatter schlängelt sich über einen blättrigen Ast.

 

„Die Äskulapnatter begeistert natürlich durch
ihre Schönheit und Größe. In Hessen lebt
sie nur in zwei isolierten Gebieten, auch das
macht sie zu einer Besonderheit."

- Annette Zitzmann -

Bildergalerie Annette Zitzmann

Biologin und Leiterin der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Amphibien und Reptilienschutz in Hessen e.V. Ihre Aufgaben sind die Planung von Artenschutzmaßnahmen und das Monitoring der hessischen Amphibien- und Reptilienarten. Annette Zitzmanns Hobbies sind Reisen, Naturbeobachtung und Doppelkopf.

Drei Fragen an Annette Zitzmann


Warum und seit wann setzen Sie sich für den Artenschutz ein? Was ist Ihre Motivation?

Seit 2001 engagiere ich mich bei der AGAR für den Schutz der einheimischen Lurche und Kriechtiere. Die Lebensräume der Arten sind extrem vielfältig. Amphibien haben teilweise hohe Ansprüche an ihr Laichgewässer und ihren Landlebensraum, Reptilien benötigen besondere Strukturen für Stoffwechsel, Nahrungserwerb, Fortpflanzung und Überwinterung. Stimmen Einzelaspekte nicht, dann kann die Art an einem Standort nicht überleben. Vielerorts kommt es zur Zerstörung dieser Strukturen und Biotope. Dem muss entgegengesteuert werden. Mich motiviert im Großen der Wunsch nach dem Erhalt unserer Biodiversität. Im Kleinen sind es Erfolge und der bewundernde Blick auf viele Kolleginnen und Kollegen, sich mit Herzblut für den Naturschutz engagieren.

Was fasziniert Sie an diesem Tier?

Die Äskulapnatter fasziniert natürlich durch ihre Schönheit und ihre Größe. In Hessen lebt sie nur in zwei weit voneinander entfernten Gebieten, auch das macht sie zu einer Besonderheit. Da sie in Deutschland und Hessen stark gefährdet ist, braucht sie unsere Unterstützung. Das Tolle an der Äskulapnatter ist, dass der Erfolg von Artenhilfsmaßnahmen, wie z.B. das Anlegen von Komposthaufen als Eiablagesubstrat, direkt messbar ist! Im Herbst lassen sich nach dem Schlupf der Jungschlangen die leeren Eihüllen in den Nisthilfen finden und wir wissen konkret, ob wir die Fortpflanzung der Tiere im Gebiet fördern konnten. Das klappt sehr gut und gibt einem das Gefühl, das Richtige für die Art getan zu haben. Außerdem eignet sich die Äskulapnatter hervorragend zur Umweltbildung. Das Tier selbst, seine Lebensweise, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen können Kindern und Erwachsenen sehr gut vermittelt werden. Die Äskulapnatter schafft es als Schlange tatsächlich, ein Sympathieträger zu sein. Als Wahrzeichen der Ärzte und Apotheker ist sie ja ohnehin berühmt.

Wenn Sie das Sprachrohr des Tieres wären: Was würden Sie uns sagen?

Jetzt schaut mal her! Bin ich nicht ein wunderbarer Teil der Biodiversität? Und sind meine Lebensräume mit offenen Bachtälern, besonnten Hängen und schönen alten Trockenmauern nicht herrliche Landschaftsbereiche, deren Erhalt sich aus vielen Gründen lohnt? Fördert ihr mich, dann fördert ihr auch viele andere Arten!

Collage aus zwei Bildern. Links sitz ein Schmetterlink mit blauem Körper und grauen Flügeln auf einer lila Wiesenknopfblüte. Rechts schießt Claudia Hepting ein Foto.
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling & Claudia Hepting
: Collage aus zwei Bildern. Links sitzt eine Gelbbauchunke in Gelb schimmernden Wasser. Recht schaut Sybille Hennemann mit blauem Pullover in die Kamera.
Gelbbauchunke & Sybille Hennemann
Collage aus zwei Bildern. Links ist ein Fischotter, in seine Schnurrhaare hängen Algen. Rechts ist Inga Hundertmark die eine Wasserprobe nimmt.
Fischotter & Inga Hundertmark