Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Forstwirtschaft

Verankerung der Ziele des Naturschutzes in der Naturschutzleitlinie

Die naturschutzfachlichen Vorgaben für die Bewirtschaftung des Waldes durch HessenForst sind in der Naturschutzleitlinie für den Staatswald verankert. Diese werden durch die Forstämter umgesetzt.

Um die Ziele im Naturschutz und in der Landschaftspflege bestmöglich zu erreichen, kooperieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von HessenForst mit den anerkannten Naturschutzverbänden.

Biodiversitätsforstamt für Hessen

Umweltministerin Priska Hinz ernennt auf ihrer Sommertour das Forstamt Hofbieber zum „Modellbetrieb für Waldbiodiversität PLUS“

„Der fortschreitende Artenschwund bedroht unsere Lebensgrundlage und wir sind gefragt, uns noch mehr für die biologische Vielfalt zu engagieren. Um den Wald als wichtigen Lebensraum zu stärken, etablieren wir nun im Forstamt Hofbieber einen Modellbetrieb für die Biodiversität.
Unser Wald ist wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, er schützt unser Klima und sorgt für gesundes Wasser und guten Boden, er ist Erholungsraum für uns Menschen und ebenfalls ein Wirtschaftsraum, der die nachhaltige Ressource Holz produziert.

Das Forstamt Hofbieber wird nun zusätzliche Maßnahmen für den Erhalt der biologischen Vielfalt umsetzen und diese in Einklang mit den anderen Funktionen des Waldes bringen. Die Erkenntnisse, die wir hier gewinnen, wollen wir auf den ganzen Staatswald übertragen“, erklärte Hinz.

Weiter zum Biodiversitätsforstamt Hofbieber

Bereits jetzt setzt sich das Forstamt Hofbieber besonders für den Schwarzstorch, den Feuersalamander und die Mopsfledermäuse ein. Der Modellbetrieb soll prüfen, durch welche Maßnahmen im Rahmen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung positive Effekte für die Vielfalt und Qualität von Habitaten erreicht werden.
Zukünftig sollen unter anderem Maßnahmen entwickelt werden, die den Lebensraum von Arten verbessern, die beispielsweise auf Alt- und Totholz angewiesen sind. Dazu gehören der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer und höhlenbrütende Vogelarten, wie der Schwarzspecht. Dafür verbleiben teilweise umgestürzte Bäume im Wald, die ansonsten aufgearbeitet worden wären. Auch Krumme Bäume mit vielen Ästen, die nicht optimal für die Holzverarbeitung geformt sind, aber häufig für Tiere, wie z.B. Fledermäuse, wichtige Unterschlüpfe bieten, sollen vermehrt stehen gelassen werden. Salweiden, Birken oder Aspen werden normalerweise im Zuge von Durchforstungen frühzeitiger entnommen, sie haben jedoch eine hohe Bedeutung für die Biodiversität.

So kommen zum Beispiel die Tagfalterarten Schillerfalter und der Eisvogel nur an Weiden und Aspen vor. Im Biodiversitätsforstamt wird man sie zukünftig häufiger sehen. Bereits im Vorfeld wurde hier im Forstamt bereits ein Marteloskop eingerichtet. Es handelt sich dabei um eine Waldfläche, auf der jeder Baum mit seinen Eigenschaften genau erfasst ist, mit Größe und Wuchsrichtung, ob es Risse und Höhlen gibt, welche Schäden und Faulstellen vorliegen, welchen ökonomischen Wert der Baum hat und auch welchen ökologischen Wert. Hier werden die Försterinnen und Förster zukünftig geschult, um die wichtigen Funktionen des Waldes noch besser in Einklang zu bringen.

Weiterlesen

Themenschwerpunkte in der Naturschutzleitlinie

Der hessische Staatswald ist 342.000 Hektar groß und bedeckt über 16 Prozent der Landesfläche. Nach Hessischem Forstgesetz dient er in besonderem Maße mit seinen Schutz- und Erholungswirkungen dem Gemeinwohl. Dies ist im Rahmen der Bewirtschaftung durch den Landesbetrieb Hessen-Forst zu berücksichtigen. Um die Lebensbedingungen der speziell an Alt- und Totholz gebundenen Arten im Staatswald noch weiter zu verbessern und - in Einklang mit den Funktionen „Holzerzeugung“, „Erholung“, „Arbeit“ und „finanziellen Ziele“ des Staatswaldes - wurde 2010 die „Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald“ verbindlich eingeführt.

Neben der Ausweisung des Nationalparks Kellerwald-Edersee fordert die Leitlinie die Festlegung von rund 20.000 ha als „Kernflächen Naturschutz“, die damit nicht mehr für die Holznutzung zur Verfügung stehen. Weiterhin sind mindestens drei Habitatbäume je Hektar in älteren Beständen auszuweisen, die künftig nicht mehr genutzt werden. Die Rücksichtnahme auf den Naturschutz im Forstbetrieb gilt insbesondere in den Brut- und Aufzuchtzeiten.

Die Naturschutzleitlinie für den Landesbetrieb Hessen-Forst (2011)
Die Naturschutzleitlinie für den Landesbetrieb Hessen-Forst (2011)
Klicken Sie auf das Bild, um die Broschüre zu öffnen

 

Arten- und Biotopschutz im Landesbetrieb Hessen-Forst

Weiter zur Webseite

Agroforstwirtschaft

Weiter zum Leitartikel