Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Ganzjährige Blütenpracht ums ganze Haus

Klimafeste und pflegeleichte Vorgärten sind insektenfreundlich

Zur Förderung der Biologischen Vielfalt in Hessen benötigen wir vor allem blütenreiche Flächen, die Insekten möglichst ganzjährig Nahrung und Lebensraum bieten können. Da hilft es wenig, wenn Vorgärten und Begleitflächen als steinige, lebensfeindliche Wüsten den zweifelhaften Eindruck von wenig Pflegeaufwand erwecken.

Insektenfreundlich

Allein der stetige Einflug von Staub, Löss und Laub wird die Schotterfugen schnell für allerlei "unansehnliche" und verbreitungswillige Pionierkräuter attraktiv machen.

Wie viel pflegeleichter und dauerhaft schön sind an den Standort angepasste Steppenstaudenmischungen, die übers Jahr farbenfrohe Blütenaspekte bereitstellen und mit Trockenheit bestens zurechtkommen. Lücken für die oben genannten Pionierkräuter gibt es hier auf lange Sicht auch nicht.

Blütenreiche Gärten mit großem Nektar- und Pollenangebot sind die Gewinner

Wir brauchen dringend Nahrung und Lebensraum für Insekten, sonst sind die Lebensgrundlagen für uns alle in Gefahr.

Wenn es weniger Insekten gibt, leiden Vögel, Igel und andere, die sich von Insekten ernähren. Unsere Pflanzen werden nicht mehr ausreichend bestäubt. Mehr als 80 Prozent der Pflanzen sind aber auf die Bestäubung von Insekten angewiesen.

Zwar gibt es durch die gute Arbeit der Imkerinnen und Imker wieder mehr Honigbienen in Hessen. Die Zahl der wildlebenden Insekten ist aber rückläufig und wir brauchen beide zur erfolgreichen Bestäubung und reiche Ernten. Mehr als die Hälfte der 550 Wildbienenarten in Deutschland ist gefährdet. Auch 42 Prozent der Insektenarten gelten als extrem selten oder ausgestorben.

Daher benötigen wir mehr Blütenvielfalt, vor allem im Gartenbereich. Wichtig ist ein kontinuierliches Blühangebot über die ganze Saison. Welche Pflanzen viel Nektar und Pollen zur Verfügung stellen erläutert unser Blühkalender, den Sie hier herunterladen können: Weiter zum Blühkalender

Aber nicht nur für die bedrohte Artenvielfalt sind Schottergärten eine Bedrohung – auch für unser Klima.

Hier ist ein wichtiger Punkt ist das Mikroklima. Die Wärme wird von den Steinen gespeichert. Diese geben die Wärme dann über Nacht weiter ab. Dadurch gibt es weniger Abkühlung. Wenn dort anstelle von den Kies- und Schotterflächen Pflanzen wären, würde zudem die Verdunstungskühlung der Pflanzen am Tag auch zu Abkühlung beitragen.

Um den Trend der „versteinerten“ Gärten entgegenzuwirken, haben bereits Hessische Städte wie Hanau und Fulda Bebauungspläne angepasst und darin Steingärten weitestgehend verboten.

In Wiesbaden werden ebenso die kommunalen Grünsatzungen dementsprechend angepasst.

In anderen hessischen Städten wie in Offenbach und Frankfurt wird zudem die Begrünung von Dächern und Fassaden gefordert.

Das Umweltamt der Landeshauptstadt Wiesbaden hat zum Thema „Blühende Vorgärten - Für mehr Artenvielfalt in unserer Stadt“ einen Flyer herausgebracht. Hier gibt die Stadt Bürgerinnen und Bürgern Informationen und Tipps zur naturnahen Gestaltung Ihrer Vorgärten.

Den Flyer finden Sie hier!

Schotter ist schlecht für's Mikroklima

Aber nicht nur für die bedrohte Artenvielfalt sind Schottergärten eine Bedrohung – auch für unser Klima. Gemeint ist vor allem die nachteilige Wirkung auf das (überhitzte) Mikroklima rund ums Haus und in den Wohnquartieren.

Die tagsüber eingestrahlte Sonnenwärme wird von den Steinflächen gespeichert. Nachts strahlen die Steine diese Wärme wieder ab, sodass sich die Umgebung weniger abkühlen kann. Die Hausumgebung wird jeden Tag ein wenig wärmer. Wären alle Flächen - idealerweise auch die sonnenzugewandten Fassaden - begrünt, verhindert das Laub der Pflanzen eine Aufheizung des Bodens. Dadurch würde mehr Wasser im Boden zurückgehalten werden können, was zusammen mit der Verdunstungskühlung der Pflanzen am Tag zur spürbaren Abkühlung der Umgebunsluft in der Nacht beitragen kann.

Um den Trend der „versteinerten“ Gärten entgegenzuwirken, haben bereits Hessische Städte wie Hanau und Fulda Bebauungspläne angepasst und darin Steingärten weitestgehend verboten. In Wiesbaden werden die kommunalen Grünsatzungen dementsprechend angepasst. In anderen hessischen Städten wie in Offenbach und Frankfurt wird zudem die Begrünung von Dächern und Fassaden gefördert.

Das Umweltamt der Landeshauptstadt Wiesbaden regt die Bürgerinnen und Bürger mit dem Faltblatt „Blühende Vorgärten - Für mehr Artenvielfalt in unserer Stadt“ an, Informationen und Tipps zur naturnahen Gestaltung Ihrer Gartenanlagen und Vorgärten zu nutzen.

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"Eine bunte Blumenwiese im Garten"

Eine Freude für das Auge, pflegeleicht und Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Dünger und Spritzmittel werden nicht gebraucht. Sommerliches Wässern, regelmäßiges Mähen oder gar das Vertikutieren entfallen. So kommt eine Blumenwiese doch recht attraktiv daher.

Je größer die zur Verfügung stehende Fläche, desto besser lassen sich Spiel- und Tummelplatz mit einer nicht so stark belastbaren Blühwiese koombinieren. Wer aber auf einen solchen Spielplatzrasen verzichten kann, wird mit Artenvielfalt und Naturerlebnissen belohnt. Selbst auf kleinster Fläche angelegt, gibt eine Blumenwiese dem Garten ein ganz neues Gesicht.

Weiter zum Faltblatt des Umweltladens der Stadt Wiesbaden