Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Artenreiche Schutzzone: Benjeshecken

Lebensräume vernetzen durch Anlage von Benjeshecken

Benjeshecken oder Totholzhecken sind Hecken, die durch linienhafte, lockere Ablagerungen von hauptsächlich dünnerem Gehölzschnitt, wie Ästen und Zweigen, durch Samenanflug oder Initialpflanzungen entstehen.

Hermann Benjes beschrieb dieses Vorgehen Ende der 1980er Jahre. Die nach ihm benannten Benjeshecken bieten Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung, so dass diese mit ihrem Kot oder ihren Nahrungsdepots das Aussamen von Gehölzen beschleunigen können.

Richtig angewandt, eine Bereicherung des Naturhaushalts

Das Prinzip der Benjeshecke besteht darin, dass sich Hecken nicht durch Neuanpflanzungen entwickeln, sondern im Schutz von Totholzstreifen aus regionalem Saatgut aus Windanflug und aus dem Kot samenfressender Vögel.

Dazu wird Gehölzschnitt (Äste bis etwa 5 cm Durchmesser, Zweige, Reisig) durcheinander, in wallartigen Streifen locker aufgeschichtet. Je mehr Fläche durch Reisig überdeckt wird, desto größer ist die Schutzwirkung für heranwachsende Pflanzen. Die Vorteile einer solchen Anlage bestehen zum einen in ihren günstigen Herstellungskosten. Es muss kein Pflanzgut gekauft, sondern lediglich anfallendes Schnittgut sortiert werden. Das Saatgut wird auf natürliche Weise aus heimischen Beständen "beschafft". Darüber hinaus bietet das locker gelagerte Totholz unmittelbar Lebensraum für zahlreiche Vogelarten (hauptsächlich Heckenbrüter), Kleinsäuger und Insekten.

Als Namensgeber der Banjeshecke hat Hermann Benjes (Heckengärtner, Naturfotograf und Schriftsteller) im Jahr 1997 die 9. Auflage seines Buches "Die Vernetzung von Lebensräumen mit Benjeshecken" in Zusammenarbeit mit dem Verlag Natur & Umwelt veröffentlicht. Das Buch mit der ISBN 978-3-924749-15-6 ist alleridngs nur noch antiquarisch erhältlich.

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Eine Benjeshecke ist auch im eigenen Garten nützlich

NDR-Ratgeber 2019. Hecken, Bäume und Sträucher - im Laufe des Gartenjahrs fällt immer wieder Grünschnitt an und stellt Gärtner vor die Frage: Wohin mit Ästen, Zweigen und Gestrüpp? Biotonne und Kompost sind mit großen Mengen Grünschnitt schnell überfordert. Das Verbrennen von Gartenabfällen ist vielerorts verboten. Für alle, die noch etwas Platz im Garten haben, ist das Anlegen einer Benjeshecke ideal. Sie kann viele Jahre als natürlicher Lebensraum für Tiere und Pflanzen dienen, produziert nebenbei Kompost aus dem Grünschnitt  und dient zudem als trennendes oder vor Wind schützendes Element im Garten.

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