Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Biodiversität für Kinder erklärt

Biologische Vielfalt für und mit Kindern

Was ist Biodiversität?

Die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde – dazu zählt die Vielfalt der Lebensräume, die Vielfalt der dort lebenden Tiere und Pflanzen und die Unterschiede innerhalb einer Tier- oder Pflanzenart, als genetische Vielfalt bezeichnet - nennt man „Biologische Vielfalt“ oder kurz genannt „Biodiversität“.

Noch Fragen?

Naja, wir versuchen auf dieser Seite alles zu erklären. Doch wenn uns das nicht gelingt, schicke einfach eine Mail an uns. Wir antworten!

Was ist Vielfalt?

Vielfalt erkennt man schon mit dem Blick in einen Wasserfarbkasten: ganz viele verschiedene Farben nebeneinander in einer geordneten Box. Und so gibt auf der Erde auch: Da werden Tiere und Pflanzen geordnet. Aber auch die Orte, an denen Sie leben: Viele Arten leben im oder am Wasser, einige Tiere schweben fast die ganze Zeit in der Luft und natürlich gibt es ganz viele Pflanzen und Tiere die auf oder in der Erde zuhause sind.

Ihr seht schon, da gibt es viele Unterschiede und eigenartige Fähigkeiten.

In der Natur gibt überall so genannte Nischen. Also Ecken mit ganz besonderen Eigenschaften. Mal ist es super trocken oder ganz nass oder sehr salzig oder ständig eisekalt. Diese Nischen werden genauso besetzt wie die ganz normalen Wälder, Wiesen, Teiche und Bäche. Und doch findet man fast überall besonders an diesen Lebensraum angepasste Tiere oder Pflanzen. Zum Beispiel auch in der völlig dunklen Tiefsee oder an den sehr heißen Stellen in der Nähe von Vulkanen.

Die Natur braucht Vielfalt, um all diese Möglichkeiten des Lebens einzusetzen, wenn sich aus einer langen Eiszeit nach und nach eine Warmzeit ohne Eispanzer entwickelt. Oder wenn der Meeresspiegel immer weiter steigt oder Berge in die Höhe wachsen. Denn auch dann möchte die Natur alles besiedeln und die Voraussetzungen für ein Leben auf der Erde bestmöglich nutzen.

Dazu schöpft die Natur aus den unendlich vielen Möglichkeiten, die die Vererbung von Eigenschaften zur Verfügung stellt. Wie im Wasserfarbkasten gibt es nicht nur "Blau" und "Rot" und "Gelb", sondern ganz viele Mischfarben. Und manchmal passt ein "Pink" besser zum Natur-Gemälde, als ein "Braun".

Auf der ganzen Welt leben heute fast 2 Millionen, also fast 2.000.000 erforschte Tier- und Pflanzenarten. Wissenschaftler schätzen, dass es insgesamt noch viel mehr Arten auf der Erde gibt. Neuste Schätzungen gehen von fast 9.000.000 Arten aus!

Wir haben also bisher nur einen kleinen Teil von Ihnen kennengelernt. Vielleicht eine von fünf!

Biologische Vielfalt für und mit Kindern

Leider werden wir wohl einen Teil dieser Tiere und Pflanzen niemals kennenlernen. Denn an jedem Tag sterben bis zu 130 Arten aus. So verlieren wir viele Tier- und Pflanzenarten, bevor wir sie erforscht haben.

Woran liegt das?

Auch wenn es den Menschen schon lange auf der Erde gibt, so haben wir mit Erfindungen und dem Verbrauch von Naturschätzen als einzige dazu beigetragen, dass das Gleichgewicht in der Natur verlorengegangen ist. Wir Menschen sind für den Verlust von Tier- und Pflanzenarten verantwortlich:

  • Die Natur – der Lebensraum für uns, die Pflanzen und die Tiere – wird weltweit verschmutzt. Selbst dort, wo kaum jemals ein Mensch gewesen ist.
  • Um Viehfutter zu produzieren, werden große Waldgebiete gerodet oder verbrandt, obwohl dadurch das Klima weltweit schlechter wird.
  • Wir essen zu viel Fleisch und Fisch. Eine Menge an Tieren, die nicht durch natürliche Vermehrung ersetzt werden kann.
  • Straßen und Häuser werden dort gebaut, wo ursprünglich Wiesen und Wälder waren. Auch wenn immer mehr Lebensraum verlorengeht.
  • Der vom Menschen verursachte Klimawandel verändert Lebensbedingungen so schnell, dass Arten nicht mehr abwandern oder sich anpassen können. Sie sterben aus.

Jede Tier- und Pflanzenart erfüllt eine bestimmte Aufgabe!

Stirbt nur eine Art aus, dann kann das in einem Ökosystem (Erklär-Link) zu gravierenden Störungen führen. So ernähren sich zum Beispiel Wildbienen oft nur von einer bestimmten Pflanzenart. Gibt es diese Bienen nicht mehr, können die Pflanzen nicht mehr bestäubt werden. Die Pflanze kann keinen Samen mehr erzeugen und sich so nicht weiter fortpflanzen. Zudem fehlt der Samen als Futter für Vögel und andere Tiere. Wird das Vorkommen dieser Pflanze in einer Region immer kleiner, fehlt das Nahrungsangebot für Wildbienen, die an einer entfernten Stelle noch vorkommt. Verschwindet die Pflanze ganz, weil sie sich nicht an das trockenere Klima anpassen konnte, stirbt auch die Wildbiene aus. Denn sie kann sich nicht von anderen Pflanzen ernähren.

Das Beispiel Vögel zeigt, dass sie wirksame Feinde von Schädlingen sein können. Sie fressen gerne Blattläuse, Käfer oder Larven. Befallene Obstbäume befreien die Vögel von lästigen Plagegeistern und helfen so dabei, dass sich das Obst gut entwickeln kann. Die Bäume, vor allem auf alten Obstwiesen, bieten dagegen viele Höhlen und Zweige an, in denen Vögel brüten und ihre Jungen großziehen können. Geben und nehmen!

In der Natur steht alles, Tiere und Pflanzen, Wasser, Luft und Erde in einer ständigen Wechselwirkung zueinander. Stirbt eine Tier- oder Pflanzenart aus, hat dies Auswirkungen auf alles andere.

Was können wir tun?

Um die Vielfalt zu erhalten kann jeder einen Beitrag leisten. Jede Veränderung zählt, damit das Leben auf der Erde so schön bleibt wie es ist.

  • Obst und Gemüse sollte aus ökologischem Anbau stammen, ohne Spritzmittel und künstlichem Dünger,
  • gut sind heimische Produkte und alte Sorten, weil die Transportwege kurz und die Pflanzen nicht so anfällig für Krankheiten sind.
  • Noch gibt es Sorten die mit den Bedingungen bei Euch am besten zurechtkommen. Vielfalt, die erhalten werden muss.
  • Achtet darauf, je nach Jahreszeit das frische Obst und Gemüse zu kaufen. Das wirdnicht unter künstlichen Bedingungen hergestellt oder gelagert.
  • Weniger (Rind)Fleisch bedeutet, dass Regenwald nicht gefällt werden muss. Denn dort wird Futter für die Tiere angebaut. Diese Wälder am Äquator sind extrem artenreich und fehlen schon jetzt als Kühl- und Feuchtigkeitsspeicher im Weltklima.
  • In eurem Garten oder auf dem Balkon sorgen heimische Blumen, blühende Sträucher und Bäume für Vielfalt, Nahrungsangebot und Unterschlupf. In der Stadt sollte NAtur immer insektenfreundlich und artenreich sein.
  • Baut zu Hause oder in Kindergarten und Schule gemeinsam Nistkästen für Vögel, Fledermäuse und Insekten. Alle brauchen Eure Unterstützung!
  • Wer Platz im Garten hat, sollte alle Bioabfälle selbst kompostieren. Es gibt keinen besseren Dünger. Und kostenlos ist er auch noch. Selbst ohne Garten kann mit so genannten Wurmkisten - ganz sauber und ohne miesen Geruch - kompostiert werden.

ZDF.tivi - Logo erklärt...

Warum Artenvielfalt wichtig ist!

Zum Video

Insektensterben - Immer weniger Insekten!

Zum Video

Darum sind Insekten wichtig!

Zum Video

Bedrohte Bienen - warum sind Bienen wichtig?

Zum Video

Insektensommer 2020 - Kids
Anleitung für Kinderbetreuer*innen
Weiter zum Aktionsheft

Gemeinsam Vielfalt entdecken!
Für Kinder im Kindergartenalter
Weiter zum Faltblatt

Insektendose
Weiter zur GEOlino-Bauanleitung

Aktionsheft "Fokus Biologische Vielfalt"
Naturschutzjugend (NAJU, 2015)
Für Kinder in der Grundschule
Weiter zur Broschüre

Publikationen der Naturschutzjugend
Für Kinder und Jugendliche
Weiter zu den Downloads

Die Naturdetektive
Bundesanstalt für Naturschutz (BfN)
Weiter zu Projektideen und Spielanleitungen