Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Erfolgreiche Klimaanpassung mit Biodiversität

Förderung und Erhalt der Biologischen Vielfalt verbessert die Klimaanpassung!

Hessen unterstützt Maßnahmen der Kommunen
Die Erhöhung der Biologischen Vielfalt verbessert auch die Chancen der Arten, sich an durch den Klimawandel geänderte Rahmenbedingungen anzupassen (geänderte Niederschlagsverteilung und Temperaturen). Für die Erhaltung der Biologischen Vielfalt spielen die Insekten auf Grund ihrer vielfältigen Aktivitäten eine Schlüsselrolle (Bestäubung, Nahrung für Vögel, Kleinsäuger und Fische, Bodenfruchtbarkeit).

Kommunen haben zahlreiche Möglichkeiten, die wildlebende Insektenvielfalt zu fördern.
Sie reichen von möglichst mehrjährigen - aus Regio-Saatgut erstellten Blühstreifen - über den Ersatz von Wechselbepflanzung durch blühende Wildstauden, um das Nahrungsangebot für die nicht von Imkern versorgten Insekten im zeitigen Frühjahr oder ab Mitte Juli gezielt zu verbessern.
Mehr zum Thema Regio-Saatgut

Jede Kommune kann den Erfolg verstärken

  • Es werden nur noch Bäume in geeignete straßenbegleitende Baumgruben gepflanzt; ausreichend groß, gut belüftetes und ausreichend durchlässiges Substrat, keine Staunässe, Anschluss an die oberflächliche Entwässerung, wenn nötig ergänzt durch Bewässerungssäcke.
  • Es werden blütenreiche, tiefwurzelnde, standortgerechte und möglichst klimafeste Baumarten gepflanzt.
  • Es werden nur noch geeignete heimische Wildpflanzenmischungen im Straßenbegleitgrün und im Bereich von Verkehrskreiseln eingesetzt.
  • Es werden Pflegepläne etabliert, die die Vergrößerung des Blühangebots zum Ziel haben; durch so genanntes Inselmähen, extensivierte Pflege großer Begleitflächen und gestaffelte Pflegehäufigkeit bei intensiver genutzten Anlagen ggf. mit einem wegbegleitenden "Sauberkeitsstreifen" (kurz gemäht) .

Praxisbeispiele finden Sie in unserer Projektliste

Weitere allgemeine Anregungen finden Sie in der Broschüre Hessische Städte – Natürlich vielfältig! Zudem haben wir Wissenswertes zur Begrünung von Dachflächen und Fassaden in Siedlungsgebieten zusammengestellt. Gerade hier können extensive Begrünungen fehlende Extremstandorte anbieten. Konkurrenzschwache und gefährdete Arten profitieren von mageren Substraten, lockerem Bewuchs, Wärme und seltenen Pflegeeingriffen. Weiter zum Thema Dach- und Fassadenbegrünung

Positives Zusammenwirken Biodiversität & Klimaanpassung

Deshalb fördert die Hessische Landesregierung solche Anpassungsmaßnahmen finanziell aus dem Klimaschutzplan:

  • Die Dach- und Fassadenbegrünung mit heimischen Blühpflanzen – beispielsweise auch auf Bushaltestellen, deren Flächen sich in Großstädten zu mehreren ha Fläche aufsummieren – bieten nicht nur wildlebenden Insekten und Bestäubern Lebensraum, sondern wirken sich auch positiv auf das Mikroklima aus, weil sie einen kühlenden Effekt haben
  • Die Entsiegelung öffentlicher Flächen mit nachfolgendem Anbau heimischer Pflanzen fördert nicht nur die für den Menschen lebensnotwendige Produktion von Ökosystemleistungen (beispielsweise frische Luft, sauberes Wasser, fruchtbare Böden). Sie verbessert ebenfalls das Kleinklima, schafft Erholungsraum für Menschen und Lebensraum für heimische Tierarten. Außerdem erhöhen Entsiegelungen und Bepflanzungen das Wasserspeichervermögen der Böden – besonders wichtig während der heißen Sommerzeit und bei Starkregenereignissen.
  • Die Errichtung von Regenrückhaltebecken schützt vor Überflutung und schafft in Verbindung mit bspw. der Anlage eines Flachwasserteiches oder Amphibientümpels neuen Lebensraum.

Wie fördern solche Maßnahmen die Klimaanpassung?

Wie vorstehend beschrieben, schaffen die geförderten Maßnahmen zusätzliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Das erleichtert auch den genetischen Austausch von Individuen und erhöht dadurch die genetische Varianz innerhalb der Art. Je größer diese genetischen Unterschiede sind und je mehr Arten auf den neuen, recht unterschiedlichen Lebensräumen (Trockenvegetation auf dem Dach, Feuchtvegetation am Regenrückhaltebecken) zu finden sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Arten in Zukunft Überlebenschancen haben und auch in Zukunft die essentiellen Ökosystemleistungen zur Verfügung stellen.

Kommunale Grünflächen, aber auch gärtnerisch angelegte private Grundstücke können eine wichtige Rolle beim Erfolg spielen. Klimaanpassung betrifft jede und jeden. Pflanzen, Tiere und uns Menschen. Eine erfolgreiche Klimaanpassung ist umso leichter zu gewährleistet, je geringer die auszugleichenden Differenzen zwischen heute und morgen ausfallen.

Genutzt werden sollte dabei das zukunftsorientierte Potential artenreicher Vorgärten und Grünanlagen.

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Förderung des Landes Hessen

Die Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung kommunaler Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekte sowie von kommunalen Informationsinitiativen bietet sehr attraktive Förderquoten: 90% für die Mitglieder des Bündnisses „Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen“, und 70% für andere Kommunen. Gefördert werden insbesondere:

  • Entsiegelung/Begrünung/Beschattung öffentlicher Flächen (z. B. Schulhöfe, Kindergärten, Sportplätze, Dorfplätze, Straßenräume)
  • Begrünung von Dächern oder Fassaden öffentlicher Gebäude
  • Schaffung von innerörtlichen Wasserflächen oder von Retentionsflächen an Fließgewässern

Somit sind auch Dachbegrünungen auf anderen Flachdächern in der Kommune (z.B. Busbahnhöfen, Mehrzweckhallen) grundsätzlich förderfähig.
Weitere Informationen zur Förderrichtlinie finden hier

Finanzierungsinstrumente, die für Maßnahmen zum Erhalt und die Entwicklung der Biologischen Vielfalt in Hessen zur Verfügung stehen, finden Sie unter Aktuelles/Fördermöglichkeiten. Hessische Gemeinden, Städte und Landkreise, deren Zusammenschlüsse und Zweckverbände sowie kommunalen Unternehmen können entsprechende Förderanträge stellen. Passend dazu gibt es eine kostenfreie Beratung durch die Gesellschaft HessenEnergie.

HESSEN ENERGIE
Gesellschaft für rationelle Energienutzung

Herr Steffen Fiddecke
Steffen.Fiddecke@hessenenergie.de
+49 (0) 611/746 23 46

Herr Falk von Klopotek
Falk.v.Klopotek@hessenenergie.de
+49 (0) 611746 23 19

Beratungsanträge sind bei der WIBank unter der Rubrik "Klimaschutz - Förderung von kommunalen Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekten sowie von kommunalen Informationsinitiativen" einzureichen.

Klimanpassung mit Biologischer Vielfalt

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