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Ziel IV: Offenland

Messbare Verbesserung des Erhaltungszustandes* der im Offenland vorkommenden Arten und Lebensräume durch einen wirksamen Beitrag der Landwirtschaft

Aktionsplan Hessen:

  • Hessen nutzt seine Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der Umsetzung der Gemein­samen Agrarpolitik, insbesondere der 2. Säule, um die zur Erhaltung der Natura 2000-Gebiete, zur Verbesserung ihrer Kohärenz sowie zur Förderung der typischen Biodiver­sität notwendigen Maßnahmen so zu konzipieren, dass die Ziele dieses Aktionsplans in enger Zusammenarbeit mit den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern und mit den diese Grundstücke bewirtschaftenden Personen erreicht werden können.
  • Hessen erweitert die flächenbezogene Agrarumweltförderung um weitere Bausteine, wie z.B. landeseigene Förderung spezieller Bewirtschaftungsformen, um im Offenland die Biodiversitätsziele zu erreichen und insbesondere den Erfordernissen von Natura 2000 und dem Artenschutz besser zu entsprechen. Dazu optimiert Hessen auf ausreichender Fläche die zur Biodiversitätserhaltung besonders geeigneten Maßnahmen (z.B. Grün­land­extensivierung, Förderprogramm zur Bewirtschaftung von besonderen Lebens­räumen und Habitaten, Förderung des ökologischen Landbaus und des Eiweißpflanzen­anbaus).
  • Hessen beteiligt sich an der systematischen Evaluierung der Wirksamkeit von Agrar­umweltprogrammen.
  • Hessen wird in Kooperation mit der Landwirtschaft nach neuen Wegen der Integration von Artenschutzmaßnahmen in die alltägliche Flächenbewirtschaftung (wie z.B. Lerchen­fenster, Ackerschonstreifen) suchen und die Umsetzung unterstützen.
  • Hessen erhält den Anteil artenreichen Grünlandes.
  • Hessen wird sich bei der Biomassenutzung zur Energieerzeugung aus der Landwirtschaft dafür einsetzen, dass diese in Einklang mit dem Erhalt der Biologischen Vielfalt erfolgt.
  • Hessen wird die Inhalte des Ökologischen Landbaus in der landwirtschaftlichen Aus- und Fortbildung verstärkt vermitteln und sich auch bei der Kultusministerkonferenz für eine entsprechende Überarbeitung des Rahmenlehrplans für den Ausbildungsberuf Landwirt/ Landwirtin einsetzen.
  • Hessen unterstützt den Aufbau einer gesamtbetrieblichen Biodiversitätsberatung, wie sie z.B. im Rahmen des LIFE-Projekts Wetterauer Hutungen entwickelt wurde.
  • Hessen entwickelt zeitnah wirksame Stützungsmaßnahmen für Landschaftspflege-Schäfereien als Schlüsselbetriebe für Schatzinseln der Biodiversität in hessischen Kulturlandschaften, die durch Mager- und Trockenbiotope geprägt sind.
  • Hessen stellt in angemessenem Umfang auf seinem domänenfiskalischen Grundbesitz Flächen für natur- und artenschutzrelevante Strukturelemente zur Verfügung.
  • Hessen setzt sich bei den Kommunen, Landwirtinnen und Landwirten dafür ein, die sich in öffentlichem Eigentum befindlichen Wege, Wegränder und Gewässerufer als Biotopver­bundstruktur zu erhalten oder wieder einzurichten.

* Nach der EU-Biodiversitätsstrategie (Einzelziel 3A) soll die Landwirtschaft bis 2020 eine messbare Verbesserung des Er-haltungszustands aller EU geschützten Arten und Lebensräumen erreichen, die von der Landwirtschaft abhängen oder von ihr beeinflusst werden; konkretisiert wird dies in Einzelziel 3A durch Verweise auf Ziel 1 [Erhaltung und Wiederherstellung der Natur; dazu müssen bis 2020 i) 100 % mehr Lebensraumbewertungen und 50 % mehr Artenbewertungen (FFH-Richtlinie) einen verbesserten Erhaltungszustand und ii) 50 % mehr Artenbewertungen (Vogelschutz-Richtlinie) einen stabilen oder verbesserten Zustand zeigen als 2010] und Ziel 2 (Wiederherstellung von mindestens 15 % der verschlechterten Ökosysteme) der EU-Biodiversitätsstrategie.