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Invasive gebietsfremde Tier und Pflanzenarten in Hessen

Invasive Arten in Hessen

Was sind Invasive Arten?

Invasive Arten verdrängen einheimische Arten und bedrohen damit die natürliche Vielfalt.  Sie sind weltweit ein Problem. Der Mensch hat sie von seinen Reisen rund um den Globus mit oder ohne Absicht mitgebracht. Auch hier bei uns, in Hessen, haben sie überlebt und sich zu Land und zu Wasser ausgebreitet. Dabei ist bekannt, dass es viele neue Arten nicht schaffen fern ihrer Heimat zu überleben. Andere breiten sich aus ohne aufzufallen. Manche bereichern sogar die einheimische Tier- und Pflanzenwelt. Nur wenige sind invasiv und damit ein Problem. In Europa sind es vereinzelte Säugetiere, Fische, Insekten und Pflanzen, die zu invasiven Arten geworden sind. Sie vermehren sich, breiten sich aus und gefährden einheimische Arten. Sie bedrohen die natürliche Vielfalt, denn sie verändern Wasser- und Landlebensräume. Sind sie einmal etabliert, können sie nur schwer zurückgedrängt, aber häufig durch nachhaltige Beseitigung lokal deutlich reduziert werden. Entscheidend ist, das Eindringen weiterer Arten zu verhindern.

Was können wir tun?

 

Vorbeugen!

Die größte Aufgabe besteht darin, zu verhindern, dass weiterhin neue invasive Arten nach Hessen kommen, die sich dann in der Natur ausbreiten können. Eine anschließende Bekämpfung ist in den meisten Fällen aufwendig und auf lange Sicht nicht erfolgversprechend. Nilgans, Waschbär, Herkulesstaude, Drüsiges Springkraut & Co. sind schon so etabliert, dass wir sie nicht mehr loswerden, allenfalls lokal reduzieren können. Vorbeugung ist daher das Gebot der Stunde.

 

Verhindern!

Invasive Arten, die bereits in Hessen angekommen sind, dürfen sich nicht weiter ausbreiten. Ein bewusster Umgang mit ihnen ist erforderlich. Für Bürgerinnen und Bürger heißt dies:

• Keine Gartenabfälle in der freien Landschaft entsorgen!

• Keine Tiere und Pflanzen in die Natur aussetzen!

• Im Garten- und Landschaftsbau sollen möglichst einheimische Arten genutzt werden. Ab 2020 ist dies auch verbindlich

im Bundesnaturschutzgesetz geregelt.

 

Beobachten!

Invasive Arten und die, die es werden könnten, müssen ständig beobachtet werden. Um frühzeitig Neuankömmlinge zu erkennen, wird ein Frühwarnsystem aufgebaut, bei dem auch die Öffentlichkeit mitmachen soll.

 

Kontrollieren!

Einige invasive Arten wie der Waschbär können nicht mehr beseitigt werden. Sie haben sich in Hessen flächendeckend etabliert und überall, wo es ihnen zusagt, sind sie angekommen. Nur in begründeten Einzelfällen ist eine Bekämpfung

sinnvoll. Dennoch müssen sie unter Kontrolle bleiben. Dazu wird ein Überwachungssystem aufgebaut. Gezieltes Management soll mögliche Schäden klein halten.

 

Beseitigen!

Maßnahmen gegen invasive Arten sind von deren Überlebensstrategien abhängig. Bei der Bekämpfung muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Naturschutzziele dürfen nicht aufs Spiel gesetzt und Lebensräume nicht gefährdet werden. Während bei Neuankömmlingen auch harte Geschütze aufgefahren werden können, muss bei bereits massenhaft etablierten Arten zunächst festgestellt werden, ob und wie stark bedrohte einheimische Arten gefährdet sind. Außerdem muss abgewogen werden, ob der Einsatz der Mittel angemessen ist...Wirkt er sich auch auf andere Arten aus? Wie ist das Kosten-Nutzen Verhältnis? Ist er mit dem Tierschutz vereinbar? Wie sind die Erfolgsaussichten? Im Falle einer Bekämpfung sind die Maßnahmen wissenschaftlich zu begleiten und zu dokumentieren, damit sie kontinuierlich verbessert werden können.

 

Mitmachen!

• Im eigenen Garten keine invasiven Pflanzenarten aussäen

oder anpflanzen!

• Gartenabfälle nicht in die Natur entsorgen!

• Im Gartenteich keine invasiven Pflanzen und Tiere einsetzen!

• Haustiere aus Terrarium und Aquarium nicht in die Natur

aussetzen!

 

Erkennen und Melden!

Nur wenn alle mitmachen, gibt es eine Chance, das Ankommen und die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern. Je mehr Beobachtungen gemacht werden, umso besser kann man abschätzen, ob und wie weit sich eine invasive Art ausbreitet und ob Gegenmaßnahmen erforderlich sind. Jeder kann somit Teil des Frühwarn- und Meldesystems werden. Voraussetzung ist allerdings, die invasiven Tiere und Pflanzen zuverlässig zu erkennen.

Quelle: Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)