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Blühende Feldflur

Blühende Feldflur als Beitrag zur Förderung der Biologischen Vielfalt

 

Feldwege und Säume (auch Raine genannt) sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Blühende Säume sind Rückzugsräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten des Offenlands und zugleich auch unersetzlich für die Biotopvernetzung. Die Feldwege dienen dem Erreichen der landwirtschaftlichen Betriebsflächen. Feldwege und Säume sind zumeist im Eigentum der Kommunen.

Dort können auch Pflanzen wachsen, die auf dem Acker oder in der Wiese nicht gewollt sind, jedoch für die Biologische Vielfalt wichtig sind.

Meist ist die Kommune Eigentümer der Wegeparzellen (Weg und Saum). Eigentum verpflichtet und bedeutet, dass die Wege nach § 1 i.V.m. § 108 Abs. 2 HGO „pflegerisch und wirtschaftlich“ zu verwalten sind. Die Kommune ist verpflichtet, sowohl die Wegefunktion aufrecht zu erhalten als auch eine widerrechtliche Bewirtschaftung (Einbeziehung in den Acker oder ins Grünland) zu verhindern.

Im Laufe der Jahrzehnte sind eine Vielzahl von Feldwegen durch tiefgreifende Veränderungen in der Landwirtschaft verschwunden.

Früher mähten oder hüteten Privatpersonen mit fehlender Futterfläche die Säume ab. Das war später nicht mehr nötig. Auf Grund der Vergrößerung der bewirtschafteten Felder durch Zusammenlegung mehrerer kleinerer Flächen verschwanden zahlreich Gräben und Säume zwischen den Feldern, andere und zum Teil auch nicht mehr genutzte Wege kamen unter den Pflug. In der Regel werden noch heute die Säume von den Landwirten offen gehalten, die die anliegenden Felder bewirtschaften. Dadurch entfiel für die Kommunen die zeit- und kostenintensive Pflege der Feldwege.

Das Artensterben im Offenland ist zum Teil auf diese Änderung der Landbewirtschaftung, aber auch auf die Intensivierung oder Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung zurückzuführen. Die meist viel zu schmalen Säume werden häufig nur gemulcht, zum Teil zu früh, zu tief, nicht nur einseitig oder abschnittsweise sondern z.T. sogar flächendeckend – manchmal auch in zu kurzen Abständen. Für die Insekten verbleibt dann kein Lebensraum.

 

Um das Schwinden der Biologischen Vielfalt im Offenland aufzuhalten, ist der Erhalt der noch vorhandenen und die Rückgewinnung verlorener Saumstrukturen von großer Bedeutung.

Noch vorhandene arten- und blütenreiche Säume und Feldraine können durch eine optimale Nutzung und Pflege (Mahd mit Abfuhr zum richtigen Zeitpunkt, z.B. im Frühjahr zu Vegetationsbeginn und ggf. zu der Hauptblüte der Margeriten) erhalten bleiben. Ist eine Mahd im Spätherbst notwendig, sollte man alternierend die Hälfte der Fläche – oder eine Wegeseite – stehen lassen, um den Insekten Restlebensräume und Überwinterungsmöglichkeiten anbieten zu können.

Auf nährstoffärmeren Flächen kann es ausreichen, diese alle 2-3 Jahre (im Spätsommer) zu mähen.

Auf nährstoffreicheren Standorten können Feldwege und Säume einmal im Frühsommer gemäht werden, um konkurrenzkräftige Arten - wie Gräser - zurückzudrängen

und Insekten im Sommer und Spätsommer ein vielfältiges Nahrungsangebot anzubieten.

Seit einigen Jahren bemühen sich eine Vielzahl von Kommunen und Landkreisen, Naturschützern, Jägern und Verbänden, auch der Bauernverband, gemeinsam mit der Landwirtschaft wieder Blühstreifen anzulegen und deren Pflege zu optimieren. Dadurch wird die Biologische Vielfalt gefördert.

 

Die Landkreise Gießen und Kassel haben Broschüren mit Empfehlungen zur Nutzung und Pflege von Feldwegen und Säumen erstellt.

Auch der Landbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) stellt Tipps zur richtigen Pflege von Wegrändern und Wegrainen zur Verfügung... weiterlesen

Wenn die Feldwege mit ihren Säumen richtig genutzt und gepflegt werden, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt im Offenland.