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Biologische Vielfalt in Kies- und Sandgruben

Umweltministerium schließt Vereinbarung mit dem Industrieverband Steine und Erden e.V. Neustadt/Weinstraße. Ministerin Hinz: „Ehemalige Abbaustätten können wertvollen Lebensraum für schützenswerte Arten darstellen.“

„Ob im Boden, im Wasser oder in der Luft: Wir müssen Tiere und Pflanzen schützen und damit den Rückgang der Artenvielfalt in Hessen stoppen. Die heute mit dem Industrieverband Steine und Erden für Hessen und Rheinland-Pfalz geschlossene Vereinbarung ist ein weiteres Puzzleteil für den Erhalt der Biodiversität in Hessen“, sagte Umweltministerin Priska Hinz heute anlässlich der Unterzeichnung der „Rahmenvereinbarung zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt in Abbaustätten“ im Naturschutzzentrum Bensheim. Darin verpflichten sich der Industrieverband Steine und Erde e.V. (VSE) Neustadt/Weinstraße und seine Mitglieder, beim Abbau von Sand, Kies und anderen Rohstoffen dem Natur- und Artenschutz.

„Die wirtschaftliche Nutzung von Flächen und ihren Rohstoffen geht auch einher mit einer Verantwortung gegenüber Flora und Fauna – in der Zeit während und nach dem Rohstoffabbau. Die gemeinsame Vereinbarung bildet einen verlässlichen Rahmen für nachhaltiges Wirtschaften im Einklang mit den Anforderungen des Naturschutzes“, betonte Hinz. „Ich freue mich sehr, dass wir mit dem VSE diesen Vertrag schließen konnten: Er ist ein positives Beispiel dafür, dass ökonomisches Handeln und ökologische Verantwortung sich nicht ausschließen müssen.“

Auf den aktiven und nicht ehemaligen Abbauflächen mineralischer Rohstoffe wie Sand und Kies können wertvolle Lebensräume für bestandsbedrohte Tierarten entstehen. „Sowohl Amphibien wie die Gelbbauchunke, die Kreuzkröte, der Laubfrosch und der Kammmolch als auch Vögel wie der Steinschmätzer, die Uferseeschwalbe oder der Flussregenpfeifer können in einem flachen Kleinstgewässer in einer Abbauwand oder Geröllfläche Nahrung und Brutplätze finden“, sagte Hinz. Die Bestände dieser Arten stabil

zu halten oder zu verbessern, wird zukünftig mit der Vereinbarung ein noch stärkeres Gewicht erhalten.

Die Vereinbarung wurde im Rahmen der „Nachhaltigkeitsstrategie Hessen“ und der „Umweltallianz Hessen“ vorbereitet. Die Naturschutzmaßnahmen der Betriebe werden eng mit den zuständigen Naturschutzbehörden gemäß der Flora-Fauna-Habitat(FFH)- sowie der Vogelschutzrichtlinie abgestimmt. Die Rahmenvereinbarung gilt für genehmigte und noch nicht genehmigte Abbauflächen, auch wenn sie in Natura-2000-Gebieten liegen.

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