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Umweltzentrum kämpft gegen die Insektenarmut

 

Pressemitteilung der Stadt Hanau vom 17.05.2017

 

Bienen und andere bestäubende Insekten sind wichtige „Arbeiter“ für die Vielfalt auf dem Teller und bei der gesunden Ernährung. Daher hat sich nicht nur das Land Hessen verpflichtet die Biologische Vielfalt zu bewahren, sondern auch die Vereinten Nationen (UN) wollen für mehr Nachhaltigkeit unter anderem der „…Biodiversitätsverlust Einhalt gebieten“. Die Stadt Hanau trägt dazu erfolgreich bei: Zum einen ist das Programm „Kinder pflanzen Pizza“ des Umweltzentrums als besonderes Projekt im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Zum anderen arbeiten das Umweltzentrum und das ortsansässige Gartencenter Löwer zusammen, damit bienenfreundliche Pflanzen im Verkauf besonders gekennzeichnet werden.

Vor einigen Jahren war es noch nötig, Autowindschutzscheiben nach längerer Fahrt wegen vieler festgeklebter toter Insekten zu säubern. Das ist heute nicht mehr der Fall. Grund ist die verstärkte „Insektenarmut“, wie Hessens Umweltministerin Priska Hinz das jetzt beim Besuch des Umweltzentrums Hanau nannte. Daher sei der biologischen Vielfalt in Wort und Tat wieder mehr Gewicht zu verleihen, und darin sei Hanaus städtische Bildungseinrichtung für nachhaltige Entwicklung  ein Vorbild. So helfe das Umweltzentrum die Bedeutung von  Bienen, ohne deren Bestäubung die abwechslungsreiche Ernährung mit Obst und Gemüse nicht funktioniert, wieder mehr ins Bewusstsein zu rücken. „Hessen braucht im Rahmen seiner Strategie für mehr biologische Vielfalt jeden Bürger und jede Bürgerin“, sagte Hinz bei der Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade für biologische Vielfalt. Damit meinte sie auch die mehr als 250 Mädchen und Jungen aus 14 Hanauer Tageseinrichtungen, die bisher am Projekt „Kinder pflanzen Pizza“ des Umweltzentrums teilnahmen. Immerhin rund 50 davon kamen jetzt zur Auszeichnungsfeier.

Das Projekt bringt bereits Kindern ab drei Jahren Wissen über Bienen und andere bestäubende Insekten praktisch und nachhaltig näher. Dabei erleben sie in drei aufeinander aufbauenden Kursen, wie sich Biene, Wespe und Hummel unterscheiden, welche weiteren bestäubenden Insekten es gibt und welche Pflanzen sie zum Leben brauchen. Welche Arbeit die Bienen leisten, sehen die Kinder an den zwei Bienenstöcken des Umweltzentrums. Sie riechen und schmecken bienenfreundliche Kräuter, die dann auf der selbst gebackenen Pizza landen. Zum Abschluss des Projektes legen die Kinder eigene Gemüse-Kräuterbeete auf dem Außengelände ihrer Kita an.

Bürgermeister Axel Weis-Thiel dankte Hinz für die Auszeichnung des Umweltzentrums und hob hervor, das Pizza-Projekt trage gleichzeitig zur gesunden Ernährung der Kinder bei. Er sehe immer wieder mit Vergnügen, mit wie viel Spaß neugierige, wissbegierige  Kinder im Umweltzentrum anzutreffen seien. Dieses städtische Bildungszentrum sei in Hanau „nicht mehr weg zu denken“ und „für Kitas und Schulen zu einer „wichtigen Institution geworden“.

Umweltzentrum-Leiterin Gabriele Schaar-von Römer berichtete, dass die Kinder am Ende des dreigliedrigen Kurses noch immer wüssten, was sie am Anfang über bestäubende Insekten erfahren haben. Sie dankte der Kathinka-Platzhoff-Stiftung für die finanzielle Unterstützung des Projektes und dem Hanauer Imkerverein für die Hilfe beim Betreuen der  Bienenstöcke.

Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Ziel biologische Vielfalt zu bewahren ist das Umweltzentrum Hanau mit dem Gartencenter Löwer eingegangen. Um es für die Kunden leichter erkennbar zu machen, welche Pflanzen Nektar und Pollen bieten, hängen  runde, mit einer Biene und Blüten gestaltete Hinweisschilder „Bienenfreundliche Pflanze“ an den jeweiligen Blumen und Stauden. Marktleiter Johannes Weilnhammer berichtet, dass die Nachfrage nach bienenfreundlichen Pflanzen insbesondere bei jüngeren Menschen stetig steige.

Von der Zusammenarbeit mit dem Gartencenter profitieren auch alle 24 vom Umweltzentrum Hanau betreuten Umweltschulen. Sie erhalten zehn Prozent Rabatt beim Pflanzeneinkauf, damit sie die biologische Vielfalt im Schulgarten erhalten.

 

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