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Sonderschau zeigt Vielfalt und Besonderheiten der Region

Hessentag 2016: Sonderausstellung „Der Natur auf der Spur“ wird aufgebaut

Sonderschau zeigt Vielfalt und Besonderheiten der Region

Die Vorbereitungen für den Hessentag, der in diesem Jahr vom 20. bis zum 29. Mai nach Herborn lockt, laufen auf Hochtouren: Direkt nach Ostern wurde mit dem Aufbau der Sonderschau des Umweltministeriums „Der Natur auf der Spur“ an der Auwiese begonnen. Am 20. Mai um 11 Uhr wird Umweltministerin Priska Hinz gemeinsam mit dem Herborner Bürgermeister Hans Benner die Sonderschau eröffnen, die die Vielfalt der Natur und die Besonderheiten der Region erlebbar macht.

Beim Aufbau wurden zunächst die Standplätze der etwa 50 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer markiert und dann das Dach der 60 mal 20 Meter großen Zelthalle gespannt. Bei trockenem Wetter werden derzeit sukzessive Holzhütten aufgebaut und bei regnerischem Wetter an dem Landschaftsdiorama im Zelt gearbeitet. Das Landschaftsdiorama ist Herzstück der Ausstellung, dort wird die regionale Landschaft im Kleinen nachgebaut.

Auf der Freifläche der Sonderschau erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Bauernmarkt mit Wildspezialitäten, Honigwaffeln, Apfelwein, Bauernhof-Eis und vielen weiteren Produkten. Zudem können sich die Besucherinnen und Besucher über die Arbeit von Naturschutzverbänden, der Land- und Forstwirtschaft, der Imker, Jäger und Fischer informieren. Und die Ausstellung lädt zum Mitmachen ein: Von der Herstellung von Holzobjekten und Nisthölzern über Wippdrechseln und Greifvogelflugvorführungen bis zum Zielwerfen mit der Angel gibt es viel zu erleben.

Wer die Region um Herborn bereist, dem fallen als erstes die großen Reliefunterschiede, die tief eingeschnittenen Täler und der Waldreichtum der Region auf. Im Lahn-Dill-Bergland haben sich zudem historische Waldbewirtschaftungsformen wie die Hauberge erhalten. Regelmäßig wurden die etwa armstarken Bäume komplett zurückgeschnitten, um Brennholz zu gewinnen und – zumindest in der Vergangenheit – Eichenrinde als Rohstoff zur Fellgerbung zu erhalten. Diese Wirtschaftsform führt kleinteilig zu extrem strukturreichen Gehölzbeständen, die zum Beispiel dem Haselhuhn einen der letzten Lebensräume in Hessen bieten. Diese Besonderheiten werden sich im großen Dioramazelt der Sonderschau „Der Natur auf der Spur“ im Rahmen des Hessentages 2016 wiederspiegeln.

Als geologische Besonderheit wird die Schauhöhle Herbstlabyrinth Breitscheid vorgestellt. Mehr als neun Kilometer schlängelt sich das Gangsystem des größten Höhlensystems Hessens dahin, unzählige Tropfsteine in allen Formen und Farben „wachsen“ aus Decke und Boden. Die Höhlenspinne und zahlreiche Funde des ausgestorbenen Höhlenbären sind zu bestaunen. Zurzeit werden hierzu erst einmal die Grundlagen geschaffen, also mit viel Erdbewegungen Hügel und Täler geschoben sowie Vorbereitungen für die Standfestigkeit der aufzustellenden Bäumen getroffen.

Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz wird in diesem Jahr den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten im Dioramazelt auf Spinnen legen: Sie spielen im Naturhaushalt eine wichtige Rolle und sollen dem Besucher näher gebracht werden. Ein weiteres Thema werden Fledermäuse sein. Rund 15 verschiedene Arten sind im Naturpark Lahn-Dill-Bergland beheimatet. Das Hessische Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie macht mit einem nachgestalteten Bachlauf – der Fließrinne – die Bewohner kleiner Fließgewässer erlebbar. Darüber hinaus wird ein Meldenetz für den Feuersalamander vorgestellt. Nachweise des Feuersalamanders sollen erfasst werden, um ein umfassendes Bild der Verbreitung und daraus abgeleitet möglicher Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald stellt das Thema Spechte im Wald in den Mittelpunkt. Mitmachaktionen für Kinder sind geplant. Der Landesverband Hessischer Imker wird die Arbeit des Verbandes, die Imkerei und die Bedeutung von Bienen als Bestäuber darstellen – inklusive Bienenstock mit lebenden Bienen.

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