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Welt-Umwelttag: Hessens Natur erleben und bewahren

 

Ministerin Priska Hinz erinnert zum Welt-Umwelttag am 5. Juni an die Bedeutung von Naturschätzen: „In Hessen sind 21 Prozent der Fläche geschützt. Für Menschen ein wunderbarer Ort der Erholung, für viele Tiere und Pflanzen lebensnotwendiger Rückzugsraum.“

 

„Lichte Buchenwälder, bunt blühende Weiden oder urig-knorrige Streuobstwiesen laden über ganz Hessen verteilt, die Natur zu genießen“, sagte Umweltministerin Priska Hinz anlässlich des Welt-Umwelttags am Montag, 5. Juni. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Umwelt macht natürlich glücklich“. „In Hessen kann man überall ganz nah dran sein an und in der Natur: Denn jeder Landkreis hat mindestens ein sogenanntes Natura 2000-Gebiet. Diese Gebiete bewahren hessische Naturschätze, die Teile des Europäischen Naturerbes sind. Sie sind der Lebensraum für viele gefährdete Pflanzen wie zum Beispiel den Frauenschuh und gefährdete und schützenswerte Tiere wie Rotmilan oder Feuersalamander“, so die Ministerin. Insgesamt sind 21 Prozent der Fläche Hessens als Natura 2000-Gebiete ausgewiesen. „Das ist viel: Es entspricht einem Großteil der Fläche Mittelhessens oder etwa 18 Mal der Fläche Frankfurts“, ergänzte Hinz.

 

Grundlage für die Natura-2000-Gebiete bildet die Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Richtlinie, die gerade 25-jähriges Jubiläum gefeiert hat. Auch die seit 1979 bestehende Vogelschutzrichtlinie wurde erlassen, um Lebensräume zu schützen und zu erhalten. Insgesamt verfügt Hessen mit 582 FFH- und 60 Vogelschutzgebieten über ein großes Natura-2000-Netz. Es geht aber um mehr als nur um Schutz: die Gebiete müssen aktiv gepflegt werden, um einen guten Erhaltungszustand zu erreichen. Als eines der ersten Bundesländer hat Hessen Ende 2016 seine Pläne für alle FFH Gebiete fertiggestellt. „Jetzt läuft die Umsetzung auf Hochtouren“ betonte die Ministerin. Erste Erfolge lassen sich sehen: zum Beispiel, die hohen Bestände des Weißstorchs und die Rückkehr des Bibers. Davon profitieren wir alle: Denn Artenvielfalt ist unsere Lebensgrundlage, ohne sie können auch wir Menschen nicht überleben“, sagte Hinz und lud dazu ein, die Schönheit der Natura 2000-Gebiete in ganz Hessen zu erkunden. Sie erinnerte zudem daran, dass es wichtig ist als Spaziergänger zum Schutz der Natur auf den Wegen zu bleiben und Hunde an der Leine zu führen. 

 

In Nordhessen lädt der Nationalpark Kellerwald-Edersee mit zahlreichen Wandertouren und spannenden Infos im interaktiven Infozentrum zum Entspannen, Genießen und Staunen ein. Die App „Nationalpark Kellerwald-Edersee“ bietet dazu 21 Wanderrouten vom gemütlichen Spaziergang bis zur 70-Kilometer-Tour auf dem Urwaldsteig.

Auch das gesamte Biosphärenreservat Rhön im Osten Hessens ist Natura 2000-Gebiet und Anziehungspunkt durch die einzigartigen Rhöner Bergwiesen, die ökologisch wertvollen Moore und Sümpfe oder die urigen Felsformationen mit seltenen Flechten, Feuersalamander und vielen Vogelarten. In den Kernflächen des Biosphärenreservats, die von der forstwirtschaftlichen Nutzung ausgenommen sind, bieten mehr als 2.000 Hektar einen wichtigen Lebensraum für viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

In Südhessen bietet die Schatzinsel Kühkopf-Knoblochsaue Gelegenheit, das Auenschutzgebiet am Rhein-Seitenarm zu erkunden. Viele besonders gefährdete Arten sind hier zu Hause. 60 Kilometer Rad- und Wanderwege, ein Auenlehrpfad und das Umweltinformationszentrum vermitteln die Vielfalt des fast 24 Hektar großen Gebiets.

Vor wenigen Tagen wurde außerdem der zweite „Natura Trail“ rund um Glauburg in Mittelhessen eröffnet. Streuobstwiesen und die renaturierte Nidder und ihre Auen versprechen auf 13 Kilometern eine malerische Natur für Wanderfreunde. Bereits seit 2016 lädt der Wanderweg im Natura 2000-Gebiet bei Mörfelden-Walldorf dazu ein, entlang seltener Sandtrockenrasen zu spazieren und einen Rundblick über das Rhein-Main-Gebiet zu genießen. Die NaturFreunde Hessen planen mit Fördermitteln des Landes 2017 weitere acht Natura Trails zu eröffnen.

 

Daten und Fakten:

  • 582 FFH-Gebiete in Hessen, knapp  213.000 Hektar (10,1 Prozent der Landesfläche)
  • 60 Vogelschutzgebiete, rund 311.000 ha (14,7 Prozent der Landesfläche)
  • 642 Natura 2000-Gebiete: knapp 444.000 Hektar (rund 21 Prozent der Landesfläche)
  • Naturschutz-Gebiete: etwa 36.500 Hektar (1,7 Prozent der Landesfläche)
  • Natura 2000- und Naturschutz-Gebiete: knapp 449.000 Hektar ( rund 21,3 Prozent der Landesfläche)

 

In sogenannten Maßnahmenplänen sind Maßnahmen aufgeführt, durch deren Umsetzung der Erhaltungszustand der in den Natura2000-Gebieten vorkommenden, europaweit zu schützenden Arten und Lebensräume gefördert wird, zum Beispiel:

  • Entfernung von Gehölzsukzession, Entbuschung von Feuchtbereichen zur  Offenhaltung der Landschaft
  • Wiedervernässung von trockengelegten Feuchtgebieten zur Förderung der Brut- und Nahrungshabitaten bestimmter Wiesenvögel (z. B. Braunkehlchen)
  • Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung (gefördert über das hessische Agrarumweltprogramm HALM)
  • Extensive Rinderbeweidung
  • Verbreitung autochthoner Wiesengesellschaften durch Heusaat
  • Belassung von Futterstreifen bei der Getreideernte für den Hamster (gefördert über HALM)
  • Anlage von Amphibienteichen; Schaffung von Flachwasserzonen (Förderung der Amphibien)
  • Anlage von Feldgehölzen (Lebensraum für vieler Feldvögel; Verbesserung des Windschutzes für bestimmter Tierarten)
  • Nutzungsverzicht im Wald

 

 

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