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Auf der Suche nach torffreien Kultursubstraten

Die Fruchtbarkeit unserer Böden wird unter anderem erheblich von dessen Humusgehalt beeinflusst. Ein gut mit Humus angereicherter Boden ist notwendig für eine optimale Versorgung der Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen. Diesen Effekt möchte man auch gern in Substraten nutzen, die für Blumentöpfe verwendet werden. In vielen Fällen wird immer noch auf Torf als Humusquelle zurück gegriffen, der nur durch die Zerstörung von Mooren, also von einzartigen Lebensräumen, gewonnen werden kann.

In Deutschland werden ungefähr 8,5 Millionen Kubikmeter Torf pro Jahr zur Herstellung von Blumenerde und Kultursubstraten im Bereich des Gartenbaus verwendet.

Zerstörung von Ressourcen, Arten- und Lebensräumen sowie des Klimas

Torf ist eine begrenzte Ressource - eine Torfschicht wächst pro Jahr etwa 1 Millimeter nach. Zudem wird beim Abbau von Torf CO2 freigesetzt, welches mit klimaschädlichen Auswirkungen verbunden ist. Für viele vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie Große Moosjungfer, Birkhuhn oder Sumpfohreule, sind Moore aber inzwischen die letzten Rückzugsmöglichkeiten. Durch die Gewinnung von Torf wird dieser Lebensraum unwiederbringlich zerstört.

Jährlich verbrauchen deutsche Privathaushalte rund 2,5 Millionen Kubikmeter Torf aus Mooren als Pflanzenerde. Handelsübliche "Erden" bestehen in den meisten Fällen zu 90 % aus Torf.

Aufgrund der Knappheit dieser Ressource, des notwendigen Schutzes der Biologischen Vielfalt, als auch zur Minderung negativer Wirkungen des Klimawandels muss hier eine Alternative gefunden werden.

 

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert die Entwicklung von Alternativen zur Torfverwendung in Kultursubstraten.

Beim Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe können bis zum 28. Juni 2019 Projektideen eingereicht werden.

Hersteller und Erdenmischbetriebe bieten schon jetzt zu 100 % torffreie Erden für Haus, Balkon, Terrasse und Garten an. Dabei wird Torf durch Grünschnittkompost, Rindenhumus und Holzfaser aus heimischer Produktion ersetzt. Diverse andere, schnell nachwachsende Rohstoffe sind ebenfalls geeignet.

Kompost als Alternative

Eine naturverträgliche, günstige und sogar wirkungsvollere Alternative zum Torf ist der Kompost. Er kann entweder im heimischen Garten selbst aus anfallendem Grünschnitt oder Küchenabfällen hergestellt werden. Oder auch mit einer Wurmkiste in der Stadtwohnung. Von gewerblichen sowie kommunalen Kompostierungsanlagen wird ebenfalls Kompost angeboten.
Gartenkompost ist um vieles nährstoffreicher als Torf. Mit dem Einsatz von Kompost lässt sich die Bodenqualität deutlich länger verbessern als mit Torf. Zudem wird die Zugabe von Düngemitteln durch die Verwendung von Kompost überflüssig.

Zahlreiche weitere Informationen, was beispielsweise alles auf den Kompost darf und was nicht, finden Sie beim Verbraucherfenster Hessen.

 

Terra Preta

Pflanzenkohle und Produktmischungen mit Pflanzenkohle stehen in der Tradition der Terra Preta; zu deutsch "Schwarze Erde". Das ursprünglich indianische Prinzip der Verkohlung von pflanzen- und Nahrungsresten ist eine umwelt- und klimafreundliche sowie nährstoffreiche Alternative. Pflanzenkohle wird als Zusatz zu Erden, als Stalleinstreu, Futter(ergänzungs)mittel und Hygienefilter eingesetzt.
Terra Preta selbst wird aus Kompost, zertifizierter Pflanzenkohle, Mineralien und Dung hergestellt. Um auf chemischen Mineraldünger und torfhaltige Erde zu verzichten, werden organische Abfälle durch den Prozess der Fermentierung zu organischem Dünger umgesetzt.

Die mit Pflanzenkohle angereicherte Terra Preta-Erde eignet sich besonders gut im Bereich der Nutzpflanzen.

Weitere Informationen zur Terra Preta-Erde und wie Sie diese auch im heimische Garten selbst herstellen können, erfahren Sie auf der Webseite der Terra Preta GmbH.