Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Feldliebe - Projekte der Kommunen und Landkreise

Mit dem Sonderprogramm Förderung von Leitarten der Feldflur des Hessischen Umweltministeriums wurden seit 2018 neun Schwerpunkträume ausgewählt, um den Erhalt von Feldhamster, Feldlerche, Rebhuhn und Co. voranzutreiben. Hierfür stehen Mittel für die Vorbereitung, Organisation und Umsetzung von neuen Schutzmaßnahmen für die Kommunen und Landkreise zur Verfügung. Hessen steuert mit den Projekten dem Artenverlust auf landwirtschaftlich, vor allem ackerbaulich, genutzten Flächen entgegen.

Eine große Blühfläche.

Schwerpunkt der Förderung sind die Lebensräume zwischen Landwirtschaft und Naturraum im sogenannten Offenland. Gefährdete charakteristische Tier- und Pflanzenarten in diesem Lebensraum sollen sich so wieder wohl fühlen und weiter ausbreiten.

(Bild: © Andrea Imhäuser)

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Rebhuhn-Eier im Nest.

Die Arten

Das Feldflurprojekt „Bad Zwesten“ fördert besonders das Rebhuhn. Daneben profitieren Feldvögel allgemein von den Maßnahmen – besonders die Brutvogelarten Feldlerche, Dorngrasmücke, Goldammer und Wiesenschafstelze, aber auch der Feldhase und viele Insektenarten.

Das Projekt und seine Maßnahmen

Das Feldflurprojekt „Bad Zwesten“ im Schwalm-Eder-Kreis verbessert die Lebensbedingungen für Rebhühner durch unter anderem mehrjährige strukturierten Blühflächen  auf landwirtschaftlichen Flächen. Auch Wegränder werden durch Blühstreifen und Hecken aufgewertet. Die Feldhühner finden hier Schutz vor Beutegreifern, pflanzliche Nahrung sowie eiweißreiche tierische Nahrung, die für die Küken in ihren ersten Wochen lebensnotwendig ist. Jedes Jahr bleibt eine Hälfte der Blühflächen im Herbst zum Schutz der Tiere über den Winter erhalten. Die andere Hälfte wird neu eingesät und optimiert so den Lebensraum für die Rebhühner im nächsten Frühjahr. Kleine pflanzenfreie Bereiche, sogenannte Schwarzbrachen, bieten zusätzlich trockene und sonnige Plätze für die feuchtigkeits- und kälteempfindlichen Feldtiere. Besonders wichtig ist dies für die Aufzucht der Jungtiere. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist eine intensive Beratung und Begleitung der Landwirtinnen und Landwirte. Daneben werden Kommunen über eine für Wildtiere förderliche Gestaltung und Pflege der Wegränder und sinnvolle Heckenpflege informiert. Pressearbeit und Umweltbildung zum Thema Rebhuhn für Schulen trägt die Bedeutung des Projekts für die Arten der Feldflur in der Region in die Öffentlichkeit.

Erste Erfolge

Zu Beginn des Projekts 2018 wurden 12 Blühflächen auf etwa 16 Hektar ausgesät. Im Jahr 2020 waren es bereits 21 strukturierte, mehrjährige Blühflächen auf circa 30 Hektar. Die Zahl der beteiligten Landwirtschaftsbetriebe stieg im gleichen Zeitraum von acht auf elf Betriebe. Ein wiederholtes Monitoring der Entwicklung der Rebhuhn-Population zeigt bereits deutlich erste Erfolge: Vor Projektstart konnten lediglich noch acht besetzte Reviere festgestellt werden. Im Jahr 2019 wurden in Bad Zwesten bereits 25 Brutpaare mit 202 Rebhuhn-Küken nachgewiesen. Das Monitoring des Jahres 2020 bestätigte inzwischen 53 besetzte Rebhuhn-Reviere und eine ausgesprochen erfolgreiche Aufzucht der Küken. Mit durchschnittlich elf je Paar aufgezogenen Küken liegt die Erfolgsquote der Rebhühner im Raum Bad Zwesten fast doppelt so hoch, wie der hessische Durchschnitt.

Bild: © Andrea Imhäuser

 

Weitere Informationen:

Landkreis: Schwalm-Eder

Start des Projekts: August 2018

Lage und Größe der Projektkulisse: Rund 2.700 Hektar Offenland in den Gemarkungen der Gemeinden Bad Zwesten, Jesberg, Neuental und der Stadt Borken

Beteiligte Akteure:

  • Regierungspräsidium Kassel
  • Landkreis Schwalm-Eder, Amt für Landwirtschaft und Landentwicklung sowie untere Naturschutzbehörde
  • Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
  • Gemeinde Bad Zwesten
  • Gemeinde Jesberg
  • Gemeinde Neuental
  • Stadt Borken
  • Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz
  • Landwirtinnen und Landwirte der Kommunen
  • Jägerschaft
  • Imker
  • Schulen
  • Bevölkerung

Finanzierung:

  • Fördermittel des Landes Hessen aus dem Sonderprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“
  • Fördermittel aus dem „Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen“ (HALM)
  • Mittel des Regionalbudgets Region Kellerwald-Edersee (für Umweltbildung)

Kontakt: Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Kölnische Straße 48-50

34117 Kassel

 

Andrea Imhäuser

andrea.imhäuser@llh.hessen.de

Tel.: +49 (151) 652 341 59

Regierungspräsidium Kassel

Dezernat Schutzgebiete, Artenschutz, biologische Vielfalt, Landschaftspflege

Am Alten Stadtschloss 1

34117 Kassel

 

Nathalie Bäcker

Nathalie.Baecker@rpks.hessen.de

Tel.: +49 (561) 106 453 0

Rein Rebhuhn steht im Feld.

Die Arten

Das Feldflurprojekt „Rebhuhnschutz im Landkreis Fulda“ hat besonders die Förderung des Rebhuhns im Blick. Werden Lebensräume im Ackerland so geschaffen, dass es dieser Art gut geht, profitieren auch andere Ackerarten, wie Feldlerche, Feldhase und zahlreiche Insektenarten.

Das Projekt und seine Maßnahmen

Seit März 2021 wird das Vorkommen des Rebhuhns in einem Monitoring in fünf als „Stammzonen“ vorgesehenen Projektbereichen untersucht. Anhand des Ergebnisses soll der Zuschnitt der Stammzonen fest definiert sowie Maßnahmen geplant werden. Interessierte Landwirtinnen, Landwirte und die Jägerschaft haben bereits 2020 erste Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn umgesetzt, um den Tieren insbesondere für die Brut und Aufzucht der Jungen Deckung und Schutz zu bieten. Dafür wurden beispielsweise Blühflächen mit angrenzenden brachliegenden Bereichen, sogenannten Schwarzbrachestreifen angelegt, ein Teil des Getreides auf Feldern nicht abgeerntet und als Schutz stehen gelassen sowie der Saatabstand zwischen den Getreidereihen vergrößert.

Erste Erfolge

Bis zum Frühjahr 2021 konnte eine Personalstelle zur Unterstützung des Projekts geschaffen und zahlreiche Landwirtinnen und Landwirte, die Jägerschaft sowie Kommunen angesprochen und zum Mitmachen motiviert werden. Mit den Ergebnissen des Rebhuhn-Monitorings werden nun die Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn 2021 ausgebaut.

Bild: © Jürgen Holzhäuser

 

Weitere Informationen:

Landkreis: Fulda

Start des Projekts: Januar 2021

Lage und Größe der Projektkulisse: Insgesamt rund 2.700 Hektar Projektkulisse in fünf Bereichen: bei Eiterfeld, Leibolz und Großentaft, bei Soisdorf und Treischfeld, bei Ebersburg und Eichenzell, um Großenlüder sowie bei Fulda.

Beteiligte Akteure:

  • Regierungspräsidium Kassel
  • Hessisches Ministerium für Umweltschutz, Klima, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Landkreis Fulda, Fachdienst Natur und Landschaft sowie Fachdienst Landwirtschaft
  • Stadt Fulda, Untere Naturschutzbehörde
  • Landwirtinnen und Landwirte
  • Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld e.V.
  • Behörden des Landkreises Fulda
  • Kommunen
  • Vereinigungen des ehrenamtlichen Naturschutzes
  • Jägerschaft
  • Einzelpersonen

Finanzierung:

  • Fördermittel des Landes Hessen aus dem Sonderprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“
  • Fördermittel aus dem Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM)
  • Mittel des Kreises Fulda

Kontakt: Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Landkreis Fulda

Fachdienst Natur und Landschaft

Wörthstraße 15

36037 Fulda

 

Rieke Trittin

E-Mail: rieke.trittin@landkreis-fulda.de

Tel.: +49 (661) 6006 7046

 

Jessica Eifert

E-Mail: jessica.eifert@landkreis-fulda.de

Tel.: +49 (661) 6006 7940

Regierungspräsidium Kassel

Dezernat Schutzgebiete, Artenschutz, biologische Vielfalt, Landschaftspflege

Am Alten Stadtschloss 1

34117 Kassel

 

Nathalie Bäcker

Tel.: +49 (561) 106 4530

E-Mail: Nathalie.Baecker@rpks.hessen.de

Ein Feldhamster sitzt auf einem Feld.

Die Arten

Im Projekt „Gießen-Süd“ stehen der Feldhamster und das Rebhuhn im Mittelpunkt. Die Maßnahmen helfen zudem weiteren Arten der Feldflur wie Feldlerche, Grauammer, Feldhase, Schmetterlingen, Bienen und zahlreichen weiteren Insekten.

Das Projekt und seine Maßnahmen

Das Feldflurprojekt Gießen-Süd zeichnet sich durch zwei der größten Feldhamstervorkommen in Hessen sowie eine recht beachtliche Rebhuhn-Population aus. Die Maßnahmen auf den Feldern in den Landkreisen Lahn-Dill und Gießen sollen die Bestände der Arten fördern und dauerhaft stabilisieren.

Zum Schutz der Feldhamster verzichten Landwirtinnen und Landwirte auf die Ernte des Getreides auf sogenannten Nacherntestreifen sowie auf größeren rechteckigen Flächen, den Feldhamster-Mutterzellen. Zudem legen die Landwirtschaftsbetriebe Hamsterblühflächen für die kleinen Säuger an, die sich aus Leguminosen, Getreide und Blühpflanzen zusammensetzen. So finden die Feldhamster das ganze Jahr über ausreichend Nahrung und Schutz zur Aufzucht ihrer Jungtiere.

Speziell für das Rebhuhn werden Rebhuhn-Brutplatzkomplexe angelegt: Blühflächen mit rundherum angrenzenden vegetationsfreien Streifen, sogenannten Schwarzbrachen. Diese bieten auch Nahrung und Versteckmöglichkeiten und haben insbesondere im Winter eine bedeutende Schutzfunktion. Schwarzbrachen sind auch für die Küken sehr wertvoll, da hier eine hohe Bewegungsfreiheit möglich und ein trockenes Mikroklima gegeben ist.

Mit Lebensraum-Parzellen bilden Landwirtinnen und Landwirte zudem seit 2020 das ehemals häufige Mosaik vieler kleiner Flächen mit unterschiedlichen Feldfrüchten und Blühflächen nach. Auch manche Wiesen werden zum Schutz der Arten zu einem späteren Zeitpunkt gemäht.

Erste Erfolge

Im Feldflurprojekt Gießen-Süd konnten die Feldhamsterbestände stabilisiert und sogar wieder leicht vergrößert werden. Erstmals wurden dort nahezu zwei Baue pro Hektar gefunden. Das ist ein gutes Zeichen für die vom Aussterben bedrohte Art. Waren es 2018 noch 16 Hektar, auf denen der Lebensraum für den Feldhamster optimiert wurde, wuchsen die Maßnahmen auf eine Fläche von insgesamt 151 Hektar in 2020 an.

Im Kreis Gießen werden die Feldhamsterbestände intensiv von ehrenamtlichen Naturschützerinnen und Naturschützern des NABU und die AG Feldhamsterschutz der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) betreut. Mit Beginn des Feldflurprojekts Gießen-Süd 2019 und einer extra geschaffenen Stelle beim Amt für den ländlichen Raum hat die Anzahl der Maßnahmen noch mal einen deutlichen Sprung gemacht.

Auch bei den Rebhühnern zeichnen sich erste Erfolge ab. Im Jahr 2020 wurden mehr Rufpaare gehört als zuvor. Die Männchen rufen während der Balz die Weibchen mit dem typischen „Kirr-ek“-Ruf. Die Zahl der Rufpaare wird der Zahl der Reviere gleichgesetzt.

Bild: © Manfred Sattler

 

Weitere Informationen:

Landkreise: Gießen und Lahn-Dill

Start des Projekts: Juni 2019

Lage und Größe der Projektkulisse: Rund 3.350 Hektar Projektkulisse im Gießener Hügelland im Bereich der Kommunen Langgöns, Pohlheim, Linden, Hüttenberg und der Stadt Gießen

Beteiligte Akteure:

  • Regierungspräsidium Gießen
  • Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises, Abteilung für den ländlichen Raum
  • Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland
  • Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
  • Kommunen Gießen, Langgöns, Pohlheim, Linden, Hüttenberg
  • Landwirtinnen und Landwirte der Kommunen
  • Untere Naturschutzbehörden des Landkreises Gießen und der Stadt Gießen
  • Hessen Mobil
  • Amt für Bodenmanagement Marburg
  • Kreisbauernverband Gießen
  • Landschaftspflegevereinigung Gießen
  • Jagdgenossenschaft
  • Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON)
  • AG Feldhamsterschutz der HGON
  • NABU-Ortsgruppe Langgöns und Pohlheim
  • Naturlandstiftung Lahn-Dill-Kreis
  • Vogel-Naturschutzgruppe Hüttenberg
  • Jagdverein Hubertus
  • Hegegemeinschaft Grüningen
  • Hegegemeinschaft Hüttenberg
  • Rebhuhnhegering "Wetterau-Gießen"
  • Gebietsagrarausschuss
  • Imkerverein Gießen

Finanzierung:

  • Fördermittel des Landes Hessen aus dem Sonderprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“
  • Fördermittel aus dem Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM)
  • Kompensationsabgaben

Kontakt: Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Regierungspräsidium Gießen

Dezernat 53.2

Georg-Händel-Straße 3

35578 Wetzlar

 

Gerhard Schulze-Velmede

E-Mail: gerhard.schulze-velmede@rpgi.hessen.de

Tel.: +49 (641) 303-5550

 

Bettina Schreiner

E-Mail: bettina.schreiner@rpgi.hessen.de

Tel.: +49 (641) 303-5598

Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises

Abteilung für den ländlichen Raum

Karl-Keller-Ring 51

35576 Wetzlar

 

Björn John

E-Mail: bjoern.john@lahn-dill-kreis.de

Tel.: +49 (6441) 407-1758

 

Anna-Lena Weiß

E-Mail: anna-lena.weiss@lahn-dill-kreis.de

Tel.: +49 (6441) 407-1788

Ein Blühstreifen auf dem Feld.

Die Arten

Das Feldflurprojekt „Hochtaunus“ fördert besonders Feldhamster und Rebhuhn. Die Maßnahmen helfen zudem weiteren Arten der Feldflur wie beispielsweise Feldlerche und Feldhase sowie zahlreichen Insektenarten.

Das Projekt und seine Maßnahmen

Der Hochtaunuskreis wird aktuell nur noch spärlich, aber dennoch regelmäßig vom Rebhuhn besiedelt. Der Feldhamster gilt als weitgehend verschollen und kommt bestenfalls noch mit wenigen Restexemplaren vor. Der Hochtaunuskreis mit seinen Ackergebieten stellt für den Feldhamster und weitere Feldflurbewohner ein wichtiges Bindeglied im Biotop/Habitat-Verbund zwischen Wetterau und westlichem Rhein-Main-Gebiet dar.

Das Feldflurprojekt „Hochtaunus“ besteht aus zwei Teilgebieten, einem im Vordertaunus und einem im Usinger Becken. Im Projektgebiet „Vordertaunus“ wird eine Wiederansiedlung bzw. Bestandsstützung des Feldhamsters angestrebt. Das Rebhuhn wird in beiden Teilgebieten gefördert.

Durch die Umsetzung vielfältiger Maßnahmen soll den Arten der Feldflur ein geeigneter Lebensraum zur Nahrungssuche, der Aufzucht ihrer Jungen sowie auch ganzjährig bestehende Deckungsmöglichkeiten geschaffen werden. In einem Mosaik kleinparzelliger Ackerflächen mit vielfältigen Feldfrüchten und versetzter Erntezeit legen die Landwirtschaftsbetriebe Streifen mit Luzerne, Getreide, Blühflächen und Sonderkulturen speziell für Rebhuhn und Feldhamster an. Zusätzlich werden „Feldhamstermutterzellen“ und Nacherntestreifen angeboten. Dabei verzichten die Landwirtinnen und Landwirte in Teilflächen der Getreidefelder auf die Ernte und lassen das Getreide zum Schutz und als Nahrung für die Tiere stehen. Für Feldlerchen werden zudem sogenannte Feldlerchenfenster angelegt, geschützte Bereiche inmitten von Feldern, die nicht eingesät werden und als Blutplatz und zur Aufzucht der Jungvögel zur Verfügung stehen. Blühflächen dienen als zusätzlicher Lebensraum für diverse Insektenarten. Diese wiederum sichern das Überleben der Jungvögel, die in den ersten Wochen auf eiweißreiche Insektennahrung angewiesen sind. Ein besonderes Augenmerk legen die Teilprojekte auch auf den Erhalt von Wiesenwegen, Feldrainen und Feldgehölzen als Deckungs- und Vernetzungsstrukturen und für die Nahrungssuche.

Erste Erfolge

Bereits im zweiten Jahr des Feldflurprojekts 2020 konnten 68 Maßnahmen auf 73 Hektar in den Teilgebieten „Vordertaunus“ und „Usinger Senke“ umgesetzt werden. Insgesamt 16 Landwirtinnen und Landwirte beteiligen sich mittlerweile am Projekt. Beobachtungen zeigen, dass z. B. die Blühflächen vom Rebhuhn gerne angenommen werden.

Bild: © Lorraine Kratz/Landschaftspflegeverband Hochtaunus


Weitere Informationen:

Landkreis: Hochtaunuskreis

Start des Projekts: 2019

Die beiden Feldflur-Teilprojekte im Hochtaunuskreis wurden von Umweltministerin Priska Hinz am 1. November 2019 im Opel-Zoo in Kronberg offiziell gestartet.

Lage und Größe der Projektkulisse: Die gesamte Projektkulisse beläuft sich auf eine Fläche von über 7.800 Hektar und erstreckt sich auf zwei Teilgebiete. Das Teilgebiet „Vordertaunus“ liegt östlich und nördlich von Bad Homburg. Seine Hauptzielarten sind das Rebhuhn und der Feldhamster. Das Teilgebiet „Usinger Becken“ liegt rund um Usingen. Hier stehen das Rebhuhn, aber auch weitere Arten der Feldflur wie der Feldhase oder Ackerwildkräuter im Fokus.

Beteiligte Akteure:

  • Regierungspräsidium Darmstadt
  • Landrat des Hochtaunuskreises, Fachbereiche Ländlicher Raum sowie Umwelt, Naturschutz und Bauleitplanung
  • Landschaftspflegeverband Hochtaunus e.V.
  • Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland
  • Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz – AG Feldhamsterschutz
  • Opel-Zoo
  • Naturschutzverbände
  • Landwirtinnen und Landwirte der Kommunen
  • Jägerinnen und Jäger der Kommunen

Finanzierung:

  • Fördermittel des Landes Hessen aus dem Sonderprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“
  • Fördermittel aus dem Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM)
  • Ausgleichsmaßnahmen
  • Umweltlotterie GENAU

Kontakt: Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Hochtaunuskreis

Leiter Fachbereich Umwelt, Naturschutz und Bauleitplanung sowie

sowie

Geschäftsführer Landschaftspflegeverband Hochtaunus e.V.

Ludwig-Erhard-Anlage 1-5

61352 Bad Homburg

 

Dr. Dr. Dieter Selzer

E-Mail: dieter.selzer@hochtaunuskreis.de

Tel.: +49 (6172) 999-6004

Regierungspräsidium Darmstadt

Dezernat V 53.2 Schutzgebiet und biologische Vielfalt

Hilpertstraße 17

64295 Darmstadt

 

Patrick Fülling

E-Mail: patrick.fuelling@rpda.hessen.de

Tel.: +49 (6151) 12-5433

Blühflächen neben einem Getriedefeld.

Die Arten

Das Feldflurprojekt „Limburger Becken“ will den Lebensraum besonders für Rebhuhn und Feldhamster verbessern, dessen westlichstes Verbreitungsgebiet in Hessen im Projektgebiet liegt. Weitere Feldarten wie Feldhasen und zahlreiche Insektenarten profitieren ebenfalls von den Maßnahmen. Das Limburger Becken ist zudem europäischen Vogelschutzgebiet „Feldflur bei Limburg“ und dient gleichzeitig rastenden Vogelarten.

Das Projekt und seine Maßnahmen

Im Limburger Becken hat sich eine, wenn auch schwache, Feldhamsterpopulation erhalten. Um die Lebensbedingungen für den Feldhamster zu verbessern, werden in den Teilgebieten zwischen Niederbrechen, Runkel und Vilmar sowie bei Linter, Hamsternacherntestreifen im Weizen als Nahrung und Deckung angelegt, die bis in den Herbst stehen bleiben. Auch Stoppelbrachen bleiben bis Anfang Oktober stehen und bieten Schutz vor Greifvögeln.

Ein weiteres Augenmerk der Maßnahmen liegt darauf, den Lebensraum der seit langem rückläufigen Bestände des Rebhuhns in den insgesamt vier Teilräumen des Projektes aufzuwerten. Hier werden ein- und mehrjährige Blühflächen angelegt, die dem Rebhuhn Deckung und einen geschützten Lebensraum zur Aufzucht seiner Küken bieten. Auch vermehrt angebaute Leguminosen wie Erbsen, Bohnen und Luzerne in den Gebieten sowie Zwischenfruchtanbau können die Nahrungs- und Deckungsmöglichkeiten für das Rebhuhn, den Feldhamster und weitere Ackerarten verbessern. Die Blühstreifen bieten zudem den im Projektgebiet rastenden Zugvögeln Nahrung.

Erste Erfolge

In den ersten drei Jahren seines Bestehens hat das Feldflurprojekt „Limburger Becken“ die Zahl der Maßnahmen von zunächst 44 in 2018 auf insgesamt 102 Maßnahmen im Jahr 2020 mehr als verdoppelt. Zusätzlich konnten zahlreiche Landwirtinnen und Landwirte für das Projekt gewonnen werden. Ihre Zahl stieg im gleichen Zeitraum von 18 auf 32 Landwirtschaftsbetriebe. Die für Blühstreifen zur Verfügung stehende Fläche wurde von 4 Hektar zu Beginn auf rund 14 Hektar im Jahr 2020 ausgeweitet. Zählungen zeigen, dass die Rebhuhn-Population bis 2020 lokal nicht weiter abgenommen hat, sondern stabil blieb mit positiver Tendenz. Die Feldhamster-Bestände in Limburg Süd befinden sich in einem kritischen Zustand. In Limburg Ost stellt sich die Situation der kleinen Säuger nach wie vor als Herausforderung dar.

Bild: © Amt für den ländlichen Raum

 

Weitere Informationen:

Landkreis: Limburg-Weilburg

Start des Projekts: 2018

Lage und Größe der Projektkulisse: Das Limburger Becken liegt zwischen Taunus und Westerwald. Die Projektkulisse des Feldflurprojekts „Limburger Becken“ beträgt rund 1.700 Hektar. Seine vier Teilgebiete liegen bei Neesbach, Blumenrod und Linter sowie zwischen Niederbrechen, Villmar und Runkel. Zwei der Teilgebiete – zwischen Niederbrechen, Runkel und Vilmar – überschneiden sich mit dem Vogelschutzgebiet „Feldflur bei Limburg“. Das Vogelschutzgebiet ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Beteiligte Akteure:

  • Regierungspräsidium Gießen
  • Landkreis Limburg-Weilburg, Amt für den ländlichen Raum
  • Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland
  • Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Limburg-Weilburg
  • Kommunen Limburg, Hünfelden, Vilmar
  • Landwirtinnen und Landwirte
  • Naturschutzverbände, u.a. die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz – AG Feldhamsterschutz
  • Hegegemeinschaft Runkel/Beselich
  • Jagdpächter
  • Kreisbeauftragter Vogelschutz

Finanzierung:

  • Fördermittel des Landes Hessen aus dem Sonderprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“
  • Fördermittel aus dem Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM)
  • Ökologische Vorrangflächen

Kontakt: Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Landkreis Limburg-Weilburg

Amt für den ländlichen Raum, Landentwicklung und Denkmalschutz

Gymnasiumstraße 4 (Schloss)

65589 Hadamar

 

Peter Diederichs

E-Mail: p.diederichs@limburg-weilburg.de

Tel.: +49 (6431) 296 5912

 

Hans-Joachim Egenolf (Fachdienstleitung)

h.egenolf@limburg-weilburg.de

Tel.: +49 (6431) 296 5959

 

Michaela Jung-Diefenbach und Tina Baum

m.jung-diefenbach@limburg-weilburg.de  / t.baum@limburg-weilburg.de

Tel.: +49 (6431) 296 5952 und +49 (6431) 296 5961

Regierungspräsidium Gießen

Dezernat 53.2

Georg-Händel-Straße 3

35578 Wetzlar

 

Gerhard Schulze-Velmede

gerhard.schulze-velmede@rpgi.hessen.de

Tel.: +49 (641) 303 5550

 

Bettina Schreiner

bettina.schreiner@rpgi.hessen.de

Tel.: +49 (641) 303 5598

Sonnenblume mit zwei Hummeln.

Das Projekt und seine Maßnahmen

Der westliche Main-Kinzig-Kreis weist eine der größten Feldhamsterpopulationen in Hessen auf. Als Schutzmaßnahmen für die kleinen Nager werden verstärkt Hamsterstreifen und rechteckige Feldhamster-Mutterzellen auf Getreideäckern angelegt. Dort verzichten Landwirtinnen und Landwirte auf die Ernte des Getreides. Es bleibt als Nahrungsgrundlage und Deckung bis in den Herbst stehen, wenn die Tiere sich zum Winterschlaf in ihren Bau unter der Erde zurückziehen. Auch auf Blühflächen mit angrenzenden brachliegenden Bereichen, sogenannten Schwarzbrachen, finden Feldhamster, Feldlerche, Rebhuhn und weitere Ackerarten Schutz und Nahrung. Die bunte Blütenpracht ernährt zudem zahlreiche Insektenarten und bietet diesen einen optimalen Platz zum Überwintern, z. B. in den Pflanzenstängeln.

Eine Winterbegrünung von Ackerflächen dient zudem dem Schutz der Tiere in der kalten Jahreszeit. Als ergänzende Strukturen werden Brachflächen in die Ackerlandschaft eingefügt. Auf dem sich leicht erwärmenden, dunklen Boden finden Rebhühner, ihre Jungen sowie Kleintiere einen geeigneten Platz, um sich in der Sonne zu wärmen.

Erste Erfolge

Seit dem Start des Feldflurprojekts Main-Kinzig-Kreis im Jahr 2018 hat sich einiges getan. 2019 wurden in der großen Projektkulisse, die vom Main-Kinzig-Kreis über die Stadt Hanau bis zur Stadt Frankfurt reicht, bereits 190 Maßnahmen auf einer Ackerfläche von rund 92 Hektar zum Schutz der Feldarten umgesetzt. 2020 steigerten sich diese auf über 260 Maßnahmen mit mehr als 110 Hektar. Insgesamt 47 Landwirtinnen und Landwirte beteiligen sich an dem Projekt. Einige von ihnen haben gemeinsam eine Blühfeld-Initiative zum Schutz von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten ins Leben gerufen. Der Main-Kinzig-Kreis ehrte sie dafür 2020 mit dem Umweltpreis des Kreises.

Eine weitere Initiative, die Feldhamsterfreunde Rossdorf, hat sich ganz dem Schutz der kleinen Nager verschrieben.

Bild: © Lena Lamp


Weitere Informationen:

Landkreis: Main-Kinzig-Kreis, teilweise auch Stadt Hanau und Stadt Frankfurt

Start des Projekts: 2018

Lage und Größe der Projektkulisse: Rund 6.000 Hektar Projektkulisse mit Schwerpunkt auf Feldhamsterschutzprogramme in den Gemarkungen Niederdorfelden, Maintal-Hochstadt, Maintal-Wachenbuchen, Hanau-Mittelbuchen, Schöneck-Kilianstädten, Schöneck-Oberdorfelden und Bruchköbel-Roßdorf. In den Großgemeinden Nidderau und Schönecken wird vermehrt auf den Schutz von Rebhuhn und Kleinstlebewesen gesetzt. Weitere Flächenanteile liegen im Bereich der Städte Frankfurt und Hanau.

Beteiligte Akteure:

  • Regierungspräsidium Darmstadt
  • Main-Kinzig-Kreis, Amt 70, Abteilung 70.2 Landwirtschaft
  • Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON)
  • AG Feldhamsterschutz in der HGON
  • Feldhamsterfreunde Rossdorf
  • Hessen Mobil
  • Landwirtinnen und Landwirte
  • Gemarkungen der Schwerpunktgebiete: Niederdorfelden, Maintal-Hochstadt, Maintal-Wachenbuchen, Hanau-Mittelbuchen, Schöneck-Kilianstädten, Schöneck-Oberdorfelden und Bruchköbel-Roßdorf
  • Gemarkungen der Nebengebiete: Nidderau-Windecken, Nidderau-Heldenbergen, Nidderau-Erbstadt, Nidderau-Ostheim und Schöneck-Büdesheim und Frankfurt-Bergen-Enkheim

Finanzierung:

  • Fördermittel des Landes Hessen aus dem Sonderprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“
  • Fördermittel aus dem Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM)
  • Kompensationsmittel
  • Im Projektgebiet liegende Städte und Gemeinden
  • Hessen Mobil

Kontakt: Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Regierungspräsidium Darmstadt

Dezernat V 53.2 – Schutzgebiete und biologische Vielfalt

Wilhelminenstraße 1-3

64283 Darmstadt

 

Patrick Fülling

Patrick.Fuelling@rpda.hessen.de

Tel.: +49 (6151) 125 433

 

Main-Kinzig-Kreis

Amt 70, Abteilung 70.2 Landwirtschaft

Barbarossastraße 24

36571 Gelnhausen

 

Lena Lamp

lena.lamp@mkk.de

Tel.: +49 (6051) 85 15644

 

Johanna Hepp

johanna.hepp@mkk.de

Tel.: +49 (6051) 85 15626

 

Magistrat der Stadt Hanau

Untere Naturschutzbehörde

Hessen-Homburg-Platz 7

63452 Hanau

E-Mail: umweltamt@hanau.de

Tel.: +49 (6181) 295 785

 

Stadt Frankfurt am Main

Untere Naturschutzbehörde

Galvanistraße 28

60486 Frankfurt am Main

info.unb@stadt-frankfurt.de

Tel.: +49 (69) 212 44344

 

Der Landrat des Hochtaunuskreises

Amt für den ländlichen Raum

Ludwig-Erhard-Anlage 1-5

61352 Bad Homburg v.d. Höhe

bis@hochtaunuskreis.de

Tel.: +49 (6172) 999 0

Ein Feld mit verschiedenen Pflanzenstreifen aus der Sicht von oben.

Das Projekt und seine Maßnahmen

Das Projektgebiet besteht aus zwei voneinander getrennten Teilräumen: Das Gebiet zwischen Crumstadt und Eschollbrücken ist ein alter Kernlebensraum der Feldhamsterpopulation in Hessen. Dort verbessert besonders das sogenannte 4-Streifen-Feldhamsterhotel den Lebensraum der kleinen Nager. Ein Mosaik aus Luzerne, Getreide, das als Winterfutter stehen bleibt, sowie Blühstreifen bietet den Feldhamstern über das ganze Jahr ausreichend Nahrung sowie Versteckmöglichkeiten zum Schutz vor Fressfeinden. Das Mosaik ahmt in seinem Aufbau die einst kleinräumig arbeitende Landwirtschaft mit ihrer Strukturvielfalt in Form vielfältiger Feldfrüchte und versetzter Erntezeiten nach. Die Wiederherstellung der Strukturvielfalt im Kleinen ist für gefährdeten Arten der Feldflur essenziell.

Im zweiten Teilraum des Projekts, in den Rheinauen bei Trebur, bieten Rebhuhn-Grauammer-Ressorts mit Blühflächen und speziell angepassten Saatgut-Mischungen Rebhuhn, Grauammer, Haubenlerche und anderen Feldvögeln eine Vielzahl unterschiedlicher Bewuchsmuster als Brut- und Deckungsfläche. Unbewachsene Streifen und nicht geerntete Getreidestreifen als zusätzliche Strukturelemente sowie Futterpflanzen werten die Flächen weiter auf. Zudem locken schmetterling- und bienenfreundliche Pflanzen diese und andere Insekten an. Sie dienen als wichtige Nahrungsgrundlage für Jungvögel. Und dort, wo es reichlich Insekten und Kleinsäuger gibt, finden auch Feldsperlinge und Steinkäuze reichlich Nahrung.

Erste Erfolge

Bereits im zweiten Jahr des Projekts 2020 waren im Feldhamstergebiet zwischen Crumstadt und Eschollbrücken die Projektflächen so gut vorbereitet, dass zur Unterstützung der Population gezüchtete Feldhamster ausgewildert werden konnten. Dass diese sich wohlzufühlen scheinen, zeigte erster Nachwuchs, der im Laufe des Jahres zu beobachten war.

Zu Beginn des Projekts im Jahr 2019 beteiligten sich 17 Landwirtschaftsbetriebe mit 85 Maßnahmenflächen am Artenschutz. Das Projekt wurde in der Region so gut angenommen, dass 2020 bereits 30 Landwirtschaftsbetriebe Flächen zur Verfügung stellten und auf fast 110 Hektar insgesamt 151 hochwertige Biotope anlegten.

Bild: © RP Darmstadt

 

Weitere Informationen:

Landkreise: Groß-Gerau und Darmstadt-Dieburg

Start des Projekts: Mai 2019

Lage und Größe der Projektkulisse: Ca. 6.500 Hektar in den Rheinauen bei Trebur (Kreis Groß-Gerau), ca. 250 Hektar Feldhamstergebiet bei Crumstadt (Kreis Groß-Gerau) und Eschollbrücken (Kreis Darmstadt-Dieburg)

Beteiligte Akteure:

  • Regierungspräsidium Darmstadt
  • Landkreis Darmstadt-Dieburg Fachgebiet Landschaftspflege
  • Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland
  • Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Landwirtinnen und Landwirte vor Ort
  • Rebhuhn-Hegering Groß-Gerau
  • Interessengemeinschaft Offenlandarten Ried/Groß-Gerau
  • Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz – AG Feldhamsterschutz und AG Haubenlerche
  • Ortsbeauftragte Vogelschutz Groß-Gerau
  • NABU-Kreisverband Groß-Gerau

Finanzierung:

  • Fördermittel des Landes Hessen aus dem Sonderprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“
  • Fördermittel aus dem Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM)

Kontakt: Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Regierungspräsidium Darmstadt

Dezernat V 53.2 – Schutzgebiete und biologische Vielfalt

Wilhelminenstraße 1-3

64283 Darmstadt

Patrick Fülling

Patrick.Fuelling@rpda.hessen.de

Tel.: +49 (6151) 125 433

Kreisverwaltung Landkreis Darmstadt-Dieburg

Fachgebiet Landschaftspflege

Jägertorstraße 207

64289 Darmstadt

 

Dr. Sabrina Krausch

S.Krausch@ladadi.de

Tel.: +49 (6151) 881 2795

 

Peter Pohlmann

P.Pohlmann@ladadi.de

Tel.: +49 (6151) 881 2128

Eine Feldlerche sitzt auf einem Baumstamm.

Das Projekt und seine Maßnahmen

Mit vielen Maßnahmen setzt sich das Feldflurprojekt „Wetterau" für ein dauerhaftes Nahrungsangebot und Deckungsmöglichkeiten und damit die Verbesserung des Lebensraumes für die Feldarten ein. Ein Schwerpunkt sind blütenreiche Feldraine und Feldwege. Die regionalen Wildpflanzen blühen vor anderen Kulturpflanzen bereits im Frühjahr und locken Insekten an. Das ist wichtig für Rebhuhn und Grauammer, denn Insekten sind unverzichtbares Futter für ihre Küken. Ein Pflegekonzept für Feldwege und Raine sowie die Beratung von Kommunen soll die Vielfalt der Wege und Säume im Projektgebiet dauerhaft sichern. Ein weiterer Schwerpunkt sind Maßnahmen auf den Ackerflächen. Dort werden Lebensraum-Komplexe für Rebhuhn & Co. angelegt, mit Pflanzen, die den Feldvögeln besonders schmecken. Breit genug, um Schutz vor Fressfeinden zu bieten. Auch sogenannte Feldvogel-Fenster in Getreideäckern gehören zu den Schutzmaßnahmen. Die Flächen, die inmitten der Getreidefelder frei von Vegetation bleiben, dienen als Lebensraum und Schutz für die Aufzucht der Jungtiere der Bodenbrüter.

Auch im Grünland werden die Brutstandorte geschützt. Spätes Mähen oder Umbrechen von Brachen lässt den Tieren Zeit, um die erste Brut im Jahr aufwachsen zu lassen. 2020 wurde darüber hinaus ein etwa ein Meter hoher „Bienenhügel“ aus Sand angelegt. Er soll im Boden nistenden Insekten als Lebensraum dienen. Ein weiterer Projektschwerpunkt ist die Erprobung eines Konzepts zur Förderung der Feldarten im Rahmen des ökologischen Landbaus. Das Konzept wurde von der Ökomodellregion Wetterau ausgearbeitet und wird nun im Rahmen des Feldflurprojekts in zwei Ökobetrieben umgesetzt.

Erste Erfolge

Ein Monitoring der Grauammer zeigte, dass große Teile ihrer Gelege im Grünland sowie weitere Bruten im Ackerland durch die Maßnahmen gesichert werden konnten und die Bruten erfolgreich waren. Beobachtungen zeigen zudem, dass die Zahl der Rebhühner an mehreren Stellen mittlerweile eine gute Populationsstärke erreicht hat.

2018 und 2019 wurden über zehn Hektar Graswege und mehr als 7 Hektar Feldraine umgebrochen und Regio-Saatgut eingesät. Wurden zu Beginn 2018 auf den Äckern 45 Maßnahmen, wie zum Beispiel Feldvogel-Fenster, umgesetzt, wurde deren Zahl von Jahr zu Jahr erhöht auf 69 Maßnahmen in 2020.

Bild: © Manfred Vogt

 

Weitere Informationen:

Landkreis: Wetteraukreis

Start des Projekts: 2018

Lage und Größe der Gebietskulisse: Rund 15.000 Hektar Gebietskulisse bei Altenstadt, Büdingen, Echzell, Florstadt, Friedberg, Karben, Reichelsheim, Wölfersheim und Wöllstadt

Beteiligte Akteure:

  • Regierungspräsidium Darmstadt
  • Wetteraukreis Fachstelle Agrarförderung und Agrarumwelt sowie Fachstelle Naturschutz und Landschaftspflege
  • Naturschutzfonds Wetterau e.V. – Landschaftspflegeverband des Wetteraukreises
  • Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland
  • Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Landwirtinnen und Landwirte
  • Jagdpächter
  • Rebhuhn-Hegering Wetterau
  • Städte und Gemeinden
  • Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz – AK Wetterau

Finanzierung:

  • Fördermittel des Landes Hessen aus dem Sonderprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“
  • Fördermittel aus dem Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM)
  • Hessische Umweltlotterie GENAU
  • Ökomodellregion Wetterau

Kontakt: Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Regierungspräsidium Darmstadt

Dezernat V 53.2 – Schutzgebiete und biologische Vielfalt

Wilhelminenstraße 1-3

64283 Darmstadt

 

Patrick Fülling

Patrick.Fuelling@rpda.hessen.de

Tel.: +49 (6151) 125 433

 

Wetteraukreis

FD Landwirtschaft, FST. Agrarförderung und Agrarumwelt

Homburger Str. 17

61169 Friedberg

 

Ralf Eichelmann

ralf.eichelmann@wetteraukreis.de

Tel.: +49 (6031) 83 4209

 

Ute Heinzerling

ute.heinzerling@wetteraukreis.de

Tel.: +49 (6031) 83 4211

Naturschutzfonds Wetterau e.V. (Landschaftspflegeverband des Wetteraukreises)

Homburger Str. 17

61169 Friedberg

 

Franka Hensen

franka.hensen@wetteraukreis.de

Tel.: +49 (6031) 83 4308

Ein Feld mit bunten Wildblumen.

Das Projekt und seine Maßnahmen

Mit zahlreichen Blühstreifen und Luzerneflächen schafft das weitgehend von der Hegegemeinschaft Wiesbaden-Ost (HGO) ehrenamtlich organisierte Feldflurprojekt Wiesbaden-Ost einen Lebensraum für verschiedene Feldarten. Mosaikartig über die Projektfläche verteilt bieten sie Schutz, Brutplatz und Nahrung. Im Frühjahr, wenn es in den Blühflächen vor Insekten summt und brummt, finden dort beispielsweise Rebhühner ideale Voraussetzungen für die Aufzucht ihrer Jungen. Diese sind in den ersten Lebenswochen auf tierische Nahrung in Form von Insekten angewiesen. Bleiben die abgeblühten Pflanzen im Herbst und über den Winter stehen, findet das Rebhuhn auch Deckung und Nahrung, wenn die Felder rundherum abgeerntet sind. Zudem können Insekten an bzw. in den Stängeln überwintern und sichern so das Futter für die Küken im nächsten Jahr. Auch andere Feldvögel, wie zum Beispiel Feldlerche, Grauammer und Goldammer sowie Säugetiere wie Feldhamster und Feldhase finden in den Blühflächen ein Zuhause.

Erste Erfolge

Mehr einzelne Blühflächen, mehr Hektar, eine zunehmende Beteiligung von Landwirtinnen und Landwirten sowie bereits mehr Rebhühner lässt sich der bisherige Erfolg des Feldflurprojekts Wiesbaden-Ost beschreiben. 93 einzelne Parzellen mit Blühflächen verbesserten 2020 den Lebensraum der Feldarten. Von rund 14 Hektar zu Beginn des Projekts 2018 wurden die Blühflächen auf knapp 39 Hektar ausgeweitet. 14 Hektar davon stellen die Jagdausübungsberechtigten der Hegegemeinschaft Wiesbaden-Ost unentgeltlich für das Projekt zur Verfügung. Mit 15 teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirten 2020 hat sich auch deren Beteiligung deutlich erhöht. Im gleichen Zeitraum wurde eine Zunahme der Rebhühner festgestellt, deren Anzahl im Frühjahr und im Herbst von der HGO gezählt wird. Und auch bei den Feldlerchen deutet sich ein Anstieg der Population an. Darüber hinaus wurde bei einer Erfassung der Feldarten eine Zunahme verschiedener Arten wie Grauammer, Goldammer, Wiesenschafstelze und Wachtel festgestellt, um nur einige zu nennen.

Bild: © Hegegemeinschaft Wiesbaden - Ost

 

Weitere Informationen:

Kreis: Stadt Wiesbaden

Start des Projekts: 2018

Lage und Größe der Projektkulisse: Rund 6000 Hektar Projektkulisse im Osten und Norden der Stadt Wiesbaden

Beteiligte Akteure:

  • Regierungspräsidium Darmstadt
  • Untere Naturschutzbehörde der Stadt Wiesbaden
  • Amt für ländlichen Raum Limburg-Weilburg
  • Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Hegegemeinschaft Wiesbaden/Ost
  • Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz – AG Feldhamsterschutz
  • Landwirtinnen und Landwirte
  • Landesjagdverband Hessen e.V.
  • Imkerverein Wiesbaden

Finanzierung:

  • Fördermittel des Landes Hessen aus dem Sonderprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“
  • Fördermittel aus dem Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM)
  • Fördermittel der Stadt Wiesbaden

Kontakt: Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Hegegemeinschaft Wiesbaden-Ost

Am Rosengarten 9

65207 Wiesbaden-Naurod

 

Frank Heeser

Frank.heeser@web.de

Tel.: +49 (1520) 155 9930

 

Claus Deußer

Clausdeusser@t-online.de

Tel.: +49 (1520) 199 9113

 

Regierungspräsidium Darmstadt

Dezernat V 53.2 – Schutzgebiete und biologische Vielfalt

Wilhelminenstraße 1-3

64283 Darmstadt

 

Patrick Fülling

Patrick.Fuelling@rpda.hessen.de

Tel.: +49 (6151) 125 433

Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden

Umweltamt / Natur und Landschaft (3605), Biotop- u. Artenschutz, Landschaftspflege

Untere Naturschutzbehörde

Gustav-Stresemann-Ring 15

65189 Wiesbaden

 

Rolf Hussing

Rolf.hussing@wiesbaden.de

Tel.: +49 (611) 313082


Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg

Fachdienst Landentwicklung und Denkmalschutz
Schiede 43
65549 Limburg

 

Hans-Joachim Egenolf

h.egenolf@limburg-weilburg.de

Tel.: +49 (6431) 296 5968