Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Feldliebe Feldlerche

Meistens erkennt man die Feldlerche an ihrem jubilierenden Gesang, der langanhaltend vom Himmel herab schallt, wenn sie in Höhen von bis zu 200 Meter über ihrem Revier aufsteigt. Die Feldlerche ist bis zu 19 cm groß. Durch ihr Gefieder in verschiedenen Brauntönen und mit einer schwarzbraunen Strichelung ist sie auch am Boden gut getarnt und schwer zu entdecken. Besondere Kennzeichen: Eine kesse Federhaube am Oberkopf mit feinen, weißen Streifen sowie verhältnismäßig lange Beine. Als Bodenbrüter scharrt das Weibchen Mitte April eine tiefe Mulde in den Ackerboden.

Eine Feldlerche sitzt auf Pflanze, kurz vor dem Abflug.

Ihre bis zu fünf Eier brütet sie etwa 12 Tage aus. Nach sieben bis elf Tagen verlassen die Küken das Nest. Überlebenswichtig für die Jungvögel sind Insekten als Nahrung. Der Speiseplan der erwachsenen Feldlerchen ist dagegen vielfältig: Im Winterhalbjahr ernähren sie sich besonders von Samen und Pflanzenteilen, ab dem Frühjahr stehen bevorzugt Insekten und deren Larven, Regenwürmer, Spinnen und kleinen Schnecken auf dem Speiseplan.

(Foto: © Victor Tyakht | Adobe Stock)

Lebensraum

  • Ihr Lebensraum ist das offene Gelände ohne Gehölze mit einem Mosaik aus Getreidefeldern, Wiesen und Weiden sowie Brachen und Blühflächen.
  • Die Feldlerche überwintert in West- und Südeuropa. Im Frühjahr und Herbst kann man häufig bodennah durchziehende Trupps von Feldlerchen beobachten.
  • Die Feldlerche bevorzugt zum Brüten eine vielfältige Vegetation mit niedrigem Bewuchs von geringer Dichte und mit offenen Stellen.
  • Wichtig sind für die Feldlerche auch artenreiche Feldsäume, die die Felder begrenzen sowie krautreiche, brachliegende Feldstücke. Sie bieten Schutz für die Aufzucht der Brut, sind zudem Lebensraum für Insekten und liefern damit überlebenswichtige Nahrung für die Küken.

Was den Feldlerchen Probleme bereitet

1. Während die Feldlerche früher zu den „Allerweltsarten“ gehörte und ihr trillernder Gesang überall über den Feldern zu hören war, gilt sie mittlerweile bundesweit als gefährdet. In Hessen wird sie in der Roten Liste (2014) der bestandsgefährdeten Brutvogelarten auf der Vorwarnliste geführt. Nach den jüngsten Monitoring-Ergebnissen sind die Bestände der Feldlerche hessen- und bundesweit in den letzten zwei Jahrzehnten um rund 50 Prozent zurückgegangen.

2. Geeignete Bereiche für die Aufzucht der Brut sind ebenfalls rar geworden. Die früher lückiger gesäten Getreidefelder und Grünflächen sind dichter geworden. So fehlt es schlicht an Raum, wo sich die Feldlerche und ihre Küken am Boden bewegen können.

3. Kleinstrukturierte Feldfluren mit einem Mosaik aus Äckern und Grünland mit unterschiedlichen Kulturen, die dicht nebeneinander wechseln, sind mit der Intensivierung der Landwirtschaft mehr und mehr zugunsten großer Monokulturen verschwunden. Extensiv genutztes Grünland und Brachen, also ungenutzte Flächen, die sich selbst überlassen bleiben, sind heute selten. „Stoppeläcker“, die Nahrung und Deckung bieten gibt es kaum noch. Die Folge: Sowohl die Brutplätze für die Feldlerche als auch Flächen mit einer hohen Nahrungsverfügbarkeit schwinden.

4. Durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hat die Menge der Insekten stark abgenommen. Ein großes Problem für die Feldlerche in der Brutsaison, da Insekten, ihre Larven und andere Kleintiere für die Jungtiere überlebenswichtig sind.

Ein Bündel von Artenschutzmaßnahmen soll den Lebensraum der Feldlerchen in den Feldflurprojekten verbessern.

Eine wesentliche Maßnahme ist das Wiederherstellen der ursprünglichen Mosaikstruktur der Kulturlandschaft in den Projektgebieten: Landwirtinnen und Landwirte legen dafür Blühstreifen oder Schwarzbrachen mit offenen Bereichen an – als Bruthabitat für die Feldlerche sowie als Lebensraum für Insekten.

Als zusätzliche Maßnahme dienen sogenannte „Lerchenfenster“. Inmitten von Getreidefeldern bleiben kleine „Fenster“ ohne Einsaat. Die frei gelassenen Bereiche liegen zum Schutz vor Fressfeinden weit von Wegen entfernt. Hier kann das Weibchen geschützt brüten und seine Jungtiere aufziehen.

Auch die Schaffung vielfältiger Feldraine am Rande von Äckern und zwischen den Feldterrassen hilft der Feldlerche. Die hier vorkommenden Insekten, Spinnen und anderen Kleintiere sind eine wichtige Nahrungsquelle.

Auch wenn Landwirtinnen und Landwirte ihr Getreide mit größerem Abstand säen, profitieren die Feldlerchen. Durch die größeren Abstände zwischen den Halmen finden die Tiere ausreichend Platz, um ihr Nest zu bauen und zur Futtersuche zwischen den Halmen umher zu spazieren.

Bürgerinnen und Bürger können sich engagieren, in dem sie lokale Kampagnen oder Initiativen zur Anlage von Blühstreifen oder Schwarzbrachen in der offenen Feldflur unterstützen. In einigen Feldflurprojekten gibt es auch die Möglichkeit, Blühflächen mit Spenden zu finanzieren.

Zudem ist es wichtig, dass Spaziergänger ihre Hunde während der Brutzeit anleinen. Denn häufig brüten Feldlerche & Co in den Feldrainen.

Kommunen können sich engagieren, indem sie unbefestigte Feldwege und ihre Wegebankette nicht zu früh mähen oder mulchen.

 

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