Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

FELDLIEBE - Im Einsatz für Hamster & Co.

Im Mai 2018 startete das Hessische Umweltministerium das Sonderprogramm „Leitarten der Feldflur“. Ziel ist es, die Feldtiere Hessens und die für sie lebenswichtigen Pflanzenarten zu schützen. Darum fördert das Ministerium in bislang neun Schwerpunkträumen wie zum Beispiel um Fulda oder Bad Zwesten verschiedene Maßnahmen, damit sich unter anderem Feldhase, Rebhuhn und Feldlerche in Hessen wohl fühlen und weiter ausbreiten.

Ein Feldhamster rennt mit vollen Backen über einen Weg. Im Bild befinden sich eingezeichnete Blüten.

Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen – in unserem Fall aber geht sie buchstäblich übers Feld. Mit unserer Kampagne wollen wir den bedrohten Arten der Feldflur ein Gesicht geben und gleichzeitig über die vielfältigen Schutzmaßnahmen aufklären. Je mehr Menschen aus den Bereichen Naturschutz, Landwirtschaft und Jagd mitmachen und je mehr Hessinnen und Hessen sich zum Beispiel mit einer Patenschaft engagieren, desto mehr können wir für die Tiere und Pflanzen auf den Feldern erreichen.

(Bild: © Julian Rad)

Feldhamster mit Blüten (Joachim Neumann)

Feldliebe - Feldhamster

Wühlender Ackerbewohner.

Ein Feldhase rennt über eine Wiese.

Feldliebe - Feldhase

Unterwegs in offenen und halboffenen Landschaften.

Ein Rebhuhn stitz auf einer Wiese.

Feldliebe - Rebhuhn

Schreitet über die Feldflur und Brachflächen.

Ein Steinkauz sitzt auf einem Ast.

Feldliebe - Steinkauz

Verweilt auf Feld, Wiese und in Gärten.

Eine Feldlerche sitzt auf Pflanze, kurz vor dem Abflug.

Feldliebe - Feldlerche

Fliegt über vielfältig strukturierte Feldkulturen.

Ein Feldsperling sitzt auf einem Ast.

Feldliebe - Feldsperling

Gerne unterwegs auf Streuobstwiesen.

Was kann ich tun ?

  1. Patin und Pate werden!
    Unterstütze die Aufzucht und Auswilderung von Feldhamstern mit einer Patenschaft bei der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON)

    Wer den Feldhamsterschutz mit mehr als 50 Euro unterstützt, kann sich unter Angabe seiner Kontakt- und Adressdaten als Feldhamsterpatin oder Feldhamsterpate registrieren lassen. Erhaltet dafür eine Patenschaftsurkunde und eine Einladung zum Feldhamster-Patentag!

    Im Frühjahr, Sommer und Herbst benötigt das Team der HGON auch Unterstützung bei der Erfassung von Feldhamstern. Dafür könnt ihr eure Zeit spenden und mitmachen! Meldet euch dafür und auch bei Interesse an einer Spende/Patenschaft bei Melanie Albert (Referentin für Feldhamsterschutz). Telefon: 0179 4233074; E-Mail: melanie.albert@hgon.de

  2. Rücksichtsvoller Umgang mit der Natur beim Spazierengehen vorbei an Feldern, Äckern und  Wiesen: Je ungestörter die Tiere dort leben können, desto besser.

  3. Beim Spaziergang am Feldrand den Hund anleinen. Feldhasenjungen liegen zum Beispiel auch in der Nähe von Wegesrändern in Mulden, wo sie auf ihre Mutter warten.

  4. Keine vermeintlich verlassenen Jungtiere anfassen und mitnehmen! Meist sind die Elterntiere nicht weit entfernt und die Aufzucht durch Menschen gelingt nur selten.

  5. Mit unserer Kaufentscheidung auf dem Markt oder im Laden die regionale Landwirtschaft unterstützen: Die Landwirtinnen und Landwirte legen nahrungsreiche Blühstreifen an oder lassen Feldstücke als Hamsterhotels stehen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Lebensräume unserer Feldtiere.

Hier Patin oder Pate werden und mitmachen beim Feldhamsterschutz!

Flyer Feldliebe zum downloaden:

Flyer Feldliebe

Mit dem Programm „Förderung von Leitarten der Feldflur“ will das Land Hessen dem Feldhamster und weiteren Arten der Feldflur wie Rebhuhn und Feldlerche wieder einen geeigneten Lebensraum schaffen.

In aktuell neun Schwerpunktgebieten werden Maßnahmen zum Schutz der Feldtiere umgesetzt. Ziel ist es, durch eine Konzentration vieler Maßnahmen in diesen Gebieten die Arten dort wieder zu stabilisieren und eine Ausbreitung in umliegende Regionen zu ermöglichen.

Von 2018 bis 2020 förderte die Landesregierung die Feldflurprojekte mit Sondermitteln in Höhe von insgesamt 1,2 Millionen Euro. Für 2021 stehen erneut 500.000 Euro bereit. Zusätzlich ergänzen Fördergelder aus dem Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) die Maßnahmen der neun Projektgebiete. Und auch außerhalb der Projektkulissen werden in ganz Hessen mit Hilfe von HALM Artenschutzmaßnahmen für Feldhamster & Co umgesetzt.

Weitere Mittel werden bereitgestellt aus der hessischen Umweltlotterie GENAU, aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz des Bundes sowie aus Kompensationsmaßnahmen der Kommunen zum Ausgleich der Inanspruchnahme von Flächen an anderer Stelle.

Gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten, Jägern, Naturschutzorganisationen, Kommunen, unteren und oberen Naturschutzbehörden und vielen weiteren Akteuren, soll es gelingen, Feldhamster, Feldhase, Feldlerche, Rebhuhn und weiteren Feldarten in Hessen attraktive Lebensräume zu bieten und die Bestände zu vergrößern.

Lebensraum Feld

Die unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten unserer Natur haben meistens ganz bestimmte Ansprüche an die Bedingungen, unter denen sie leben können. Dieser Lebensraum einer bestimmten Art enthält alles, was diese Art zum Leben braucht, zum Beispiel Nahrung, Versteckmöglichkeit oder gute Fortpflanzungsbedingungen.

Natürlich ist nicht jeder Lebensraum gleich, je nach Art können diese Ansprüche an Lebensbedingungen sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Tierarten finden an einem einzelnen Grashalm schon alles, was sie zum Leben brauchen, andere Tierarten benötigen dagegen eine ganze Wiese aus vielen unterschiedlichen Pflanzen oder sogar zusätzlich noch Hecken, Wälder und Gewässer. Die Zahl der Lebensräume ist also groß und oftmals ausgesprochen speziell, aber gerade das ist es, was zur biologischen Vielfalt in unserer Landschaft und Natur führt.

Die Unterschiede in den Lebensräumen beziehungsweise die Ansprüche hieran sind die wichtigste Grundlage für die Artenvielfalt in unserer Natur. Die biologische Vielfalt ist zugleich unverzichtbare Lebensgrundlage für uns Menschen. Sie versorgt uns mit lebenswichtigen Ökosystemleistungen wie zum Beispiel sauberes Wasser, frische Luft oder die Bestäubung von Nutzpflanzen durch verschiedene Insektenarten.

Wir Menschen haben in den vergangenen Jahrzehnten die Lebensräume der Tier- und Pflanzenwelt durch unsere Aktivitäten und Verhaltensweisen, wie besonders den Straßen- und Siedlungsbau sowie die Intensivierung der Landwirtschaft, der Industrie und des Verkehrs sehr stark verändert. Weltweit sind heute viele Arten von einem Rückgang betroffen, weil wir ihre Lebensräume stark verändert oder zerstört haben.

Bei uns in Deutschland ist ganz besonders die offene Feldflur von starken Veränderungen betroffen: So wurden beispielsweise viele kleine Felder zu immer größeren Ackerflächen zusammengelegt; Gebüsche und kleine Randstrukturen wurden beseitigt, nasse Wiesen trockengelegt. Durch diese Veränderungen in unserer Kulturlandschaft wurden nach und nach eine Vielzahl an Lebensräumen für teilweise sehr spezialisierte Tier- und Pflanzenarten beeinträchtigt und sogar beseitigt. Als Folge wurden aus ehemals sehr häufigen Tierarten wie zum Beispiel Feldhamster oder Rebhuhn Tiere, die heute vom Aussterben bedroht sind.

 

Die Feldflurprojekte der Kommunen und Landkreise:

  • Projekt Bad Zwesten
  • Projekt Fulda
  • Projekt Gießen-Süd
  • Projekt Hochtaunus
  • Projekt Limburger Becken
  • Projekt Main-Kinzig-West
  • Projekt Rheinauen bei Trebur
  • Projekt Wetterau
  • Projekt Wiesbaden-Ost