Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

November 2021: Fischotter & Inga Hundertmark

Nachtaktiver Schwimmer

Der Fischotter liebt seinen Lebensraum: das kühle Nass. Das Landraubtier ist ein sehr guter Schwimmer, was an seiner Körperform, seinen Schwimmhäuten und seinem Schwanz liegt, mit dem er sich erfolgreich durchs Wasser manövriert. Sein dichter Otterpelz mit bis zu 70.000 Haaren pro cm² lässt kein Wasser an die Haut und isoliert den Kunstschwimmer optimal gegen Kälte.

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Fischotter unter anderem wegen seines Fells stark bejagt. Das nachtaktive Tier ist meist allein in seinen angestammten Uferrevieren unterwegs, schläft und versteckt sich im Ufergehölz und frisst neben Fisch auch kleine Säugetiere, Amphibien oder Wasserinsekten.

Kategorie rot: Der Erhaltungszustand des Fischotters in Hessen ist schlecht.

Bild Fischotter: © Nick Hurst
www.bearprintsphotography.info

Der Fischotter steht instehendem Gewässer umgeben von Ästen und Algen. Sein schwarzes Fell und Schnurrhaare sind mit Algen bedeckt.

 

„Da dem Fischotter nicht mehr aktiv
nachgestellt wird, kann er sich endlich
wieder in Deutschland ausbreiten."

- Inga Hundertmark -

Bildergalerie Inga Hundertmark

Biologin und Fachreferentin für Faunistik und Artenschutz in der Landesgeschäftsstelle der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON). Inga Hundertmark interessiert sich besonders für Säugetiere, vor allem für die Gruppe der Marderartigen, zu der auch der Fischotter gehört. Sie mag außerdem Gesellschaftsspiele und kocht sehr gerne.

Drei Fragen an Inga Hundertmark


Warum und seit wann setzen Sie sich für den Artenschutz ein? Was ist Ihre Motivation?

Mich fasziniert die unglaubliche Artenvielfalt direkt vor unserer Haustür, die es zu schützen gilt. Während des Bachelorstudiums in Osnabrück habe ich angefangen mich in einer Hochschulinitiative im Naturschutz zu engagieren, das war ca. 2011. Seither bin ich in verschiedenen Verbänden aktiv, darunter HGON, AGAR und NABU.

Was fasziniert Sie an diesem Tier?

Generell interessiere ich mich für alle Vertreter der Marder, doch speziell der Fischotter bietet hier in Hessen die Möglichkeit, die Rückkehr eines zuvor ausgerotteten Tieres nahezu live mit zu verfolgen und Maßnahmen für den Schutz der neu entstehenden Populationen zu ergreifen. Seit einigen Jahren führe ich Fischotter-Erfassungen in verschiedenen Teilen Hessens durch und konnte so auch neue Nachweise, unter anderem in der Wetterau, erbringen. Um weitere Mitglieder der HGON für den Fischotter zu begeistern und zu schulen, haben wir daher 2019 auch eine Fortbildung zu Erfassung und Schutz des Fischotters im Fortbildungsprogramm der HGON aufgenommen.

Wenn Sie das Sprachrohr des Tieres wären: Was würden Sie uns sagen?

Heutzutage stellt der Straßenverkehr das größte Risiko für den Fischotter dar. Brücken ohne Uferstreifen, den sogenannten Bermen, verleiten den Fischotter dazu Straßen zu überqueren. Dies kann ihm allerdings leicht zum Verhängnis werden. Daher würde ich als Sprachrohr des Fischotters den ottergerechten Bau und Umbau von Brücken bewerben. Dies hilft nicht nur dem Fischotter, sondern auch zahlreichen anderen Arten, die Bermen zur Unterquerung von Straßen nutzen.

: Collage aus zwei Bildern. Links sitzt eine Gelbbauchunke in Gelb schimmernden Wasser. Recht schaut Sybille Hennemann mit blauem Pullover in die Kamera.
Gelbbauchunke & Sybille Hennemann
Collage aus zwei Bildern. Links sitz ein Gartenschläfer auf einem Baumstumpf auf grünem Hintergrund. Rechts untersucht Susanne Steib die Natur.
Gartenschläfer & Susanne Steib
Eine Collage aus zwei Bildern. Links sitzt ein braun-graues Rebhuhn im hohen Gras. Rechts liegt Andrea Immhäuser auf einer Wiese und schaut durch ein Fernglas.
Rebhuhn & Andrea Imhäuser