Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Oktober 2021: Gelbbauchunke & Sybille Hennemann

Gelbe Überraschung

Von oben betrachtet unauffällig braun oder grau ist die Gelbbauchunke gut getarnt im schlammigen Wasser von Tümpeln, Brachflächen, Steinbrüchen, Lehm- oder Tongruben. Wittert sie allerdings Gefahr, nimmt sie ihre besondere Schreckstellung ein und zeigt ihre grell-gelbe Unterseite. Über die Haut kann sie ein giftiges Sekret absondern, das für Menschen ungefährlich ist.

Diese Froschlurche werden unter guten Bedingungen 15 Jahre alt und älter. Sie benötigen für die Laichablage Kleingewässer, zum Beispiel größere Pfützen, Wassergräben oder mit Wasser gefüllte Traktorspuren. Ein Erkennungsmerkmal der Gelbbauchunke und von Unken allgemein sind ihre Augen: Die Pupillen sind herzförmig angelegt.

Kategorie rot: Der Erhaltungszustand der Gelbbauchunke in Hessen ist schlecht.

Bild Gelbbauchunke: © Kevin Esser
www.natura-rica.com

Die Gelbbauchunke sitzt in gelbbraunen Wasser. Ihr Unterbauch ist gelb mit schwarzen Punkten, der restliche Körper ist braun.

 

„Ein Gelbbauchunkenkonzert in einem Steinbruch
zu erleben, hat für mich immer wieder
etwas Mystisches und Wunderbares."

- Sybille Hennemann -

Bildergalerie Sybille Hennemann

Landschaftsplanerin mit Schwerpunkt Natur- und Artenschutz bei der Planungsgesellschaft Natur und Umwelt mbH in Frankfurt am Main (PGNU). Sybille Hennemann hat einen eigenen Naturgarten, geht gerne wandern, campen und auf Reisen durch Europa.

Drei Fragen an Sybille Hennemann

 

Warum und seit wann setzen Sie sich für den Artenschutz ein? Was ist Ihre Motivation?

Seit wann: Seit einem Freiwilligen Ökologischen Jahr im Naturpark Nassau 2001 – 2002. Dort lernte ich erstmals aktiven Naturschutz kennen (u. a. verbuschte Weinberge freistellen, Fledermausbestände in alten Bergwerkstollen kontrollieren, Streuobstwiesen pflanzen und pflegen, Erfassung einer Erdkrötenpopulation u.v.m.). Tolle Erfahrungen, die mich nachhaltig beeindruckt haben!

Warum: Um einen besseren Zustand der Natur und Umwelt zu erreichen und um optimistisch in die Zukunft blicken zu dürfen. Ganz nach dem Motto „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“.

Meine Motivation: Die Vielfalt der heimischen Natur mit jedem neuen Tag zu entdecken, zu erfahren und zu studieren. Diese Bewunderung mit anderen Menschen zu teilen und gemeinsam die Schönheiten und Besonderheiten der Natur zu erleben. Der umweltpädagogische Aspekt hat seither einen hohen Stellenwert bei meiner Arbeit im Naturschutz.

Was fasziniert Sie an diesem Tier?

Es war meine erste Begegnung mit der Gelbbauchunke, mit 12 Jahren während einer Schulexkursion auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Zunächst dieser außergewöhnliche faszinierende Ort, mit diesen außergewöhnlichen Rufen und dann die Entdeckung dieses außergewöhnlichen Tieres mit dem auffällig hübschen Bauchmuster und der einzigartigen herzförmigen Pupille. Die erste Gelbbauchunke hatte einen bis heute bleibenden Eindruck hinterlassen! Ein Gelbbauchunkenkonzert in einem Steinbruch zu erleben, hat für mich immer wieder etwas Mystisches und Wunderbares!

Wenn Sie das Sprachrohr des Tieres wären: Was würden Sie uns sagen?

Wir Menschen sollten weg von dem Gedanken, die Natur beherrschen und bezwingen zu müssen. Sobald Bäche und Flüsse sich wieder ihren eigenen Weg bahnen dürfen, zeigt die Natur uns ihre ganze Schönheit und Vielfalt. Es sind Lebensräume für eine Vielzahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten, u.a. auch für die Gelbbauchunke.

Collage aus zwei Bildern. Links schlänglt sich eine Natter auf einem Ast. Rechts lacht Annette Zitzmann auf einem Feld in die Kamera.
Äskulapnatter & Annette Zitzmann
Collage aus zwei Bildern. Links ist ein Fischotter, in seine Schnurrhaare hängen Algen. Rechts ist Inga Hundertmark die eine Wasserprobe nimmt.
Fischotter & Inga Hundertmark
Collage aus zwei Bildern. Links sitz ein Gartenschläfer auf einem Baumstumpf auf grünem Hintergrund. Rechts untersucht Susanne Steib die Natur.
Gartenschläfer & Susanne Steib