Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Ziel XI: Landesministerien

Wichtige Beiträge anderer Ressorts der Hessischen Landesregierung zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt

Die nachstehend aufgeführten Hessischen Ministerien verpflichten sich, zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt folgende Aktionen durchzuführen.

Aktionsplan Hessen:

  • Bei Neu-, Um- und Erweiterungsbauten des Landes Hessen wird eine biodiversitäts­freundliche Gestaltung insbesondere der Außenanlagen in der Planung und Baudurch­führung angestrebt. Die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie im staatlichen Hochbau werden im Rahmen der Neufassung der Geschäftsanweisung für den Staatlichen Hochbau des Landes Hessen (GABau), die derzeit in der Endabstimmung ist, berücksichtigt.

  • Im Rahmen der anstehenden Fortschreibung des Gemeinsamen Runderlasses zum Öffentlichen Auftragswesen unter Federführung des HMWEVL, wird das HMdF anregen, die Anforderungen an die Biodiversität in geeigneter Form unter dem Punkt nachhaltige und innovative Beschaffung aufzunehmen.

  • Es werden Hinweise zur Förderung der Biodiversität im Rahmen der Bewirtschaftung der Außenanlagen durch den Landesbetrieb Bau- und Immobilienmanagement Hessen erarbeitet.
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  • Eine Aktualisierung erfolgt durch eine regelmäßige Sondierung und ggf. Übernahme entsprechender Regelungen aus anderen Bundesländern bzw. dem Bund, durch Recherchen und die Bewertung der Ergebnisse.
  • Sensibilisierung der Mitglieder der hessischen Sportverbände für die Bedeutung der Biologischen Vielfalt und Motivierung zur Teilnahme an Aktivitäten der Hessischen Landesregierung zur Steigerung der Biologischen Vielfalt.

  • Motivierung der hessischen Sportverbände zur Durchführung geeigneter Maßnahmen zur Sensibilisierung ihrer Mitglieder für die Bedeutung der Biologischen Vielfalt als Lebens­grundlage für uns Menschen und zur Mitwirkung an Maßnahmen zu deren Förderung.

Förderung der Biologischen Vielfalt durch entsprechende Gestaltung der Außenanlagen von Justizvollzugsanstalten sowie Liegenschaften der nachgeordneten Behörden.

  • Unterstützung der Schulen bei der Umsetzung der in den Bildungsstandards der betroffenen Fächer[1] enthaltenen Bezüge zur Biodiversität zu schuleigenen Curricula durch die zehn regionalen Umweltbildungszentren.

  • Altersgruppenspezifische Vermittlung von Artenkenntnissen im Rahmen der Arbeit an konkreten Flächen soweit der Schwerpunkt Biologische Vielfalt bereits in konkreten gemeinsamen Projekten der Schulen mit den Zentren verankert ist.

  • Unterstützung der Bienenhaltung in den Schulen und Beratung und Begleitung weiterer Schulen bei der Bienenhaltung durch die regionalen Umweltbildungszentren, insbe­son­dere auch durch die Zusammenarbeit mit Imkern.

  • Beratung der Schulen bei der Anlage und dem Ausbau naturnaher Elemente auf dem Schul­gelände und dadurch Förderung der Anlage bzw. der Umgestaltung von Schul­gärten in Richtung biologischer Vielfalt. Da hier die Schulträger eine entscheidende Ver­ant­wortung tragen, sollen vorhandene Informationen und Materialien in Abstimmung mit dem Landkreis-und Städtetag verbreitet werden, bei Bedarf ergänzt durch entsprechen­de Fortbildungsangebote.

  • Erprobung und spätere systematische Einbindung der Nutzung moderner Kommuni­ka­tionstechnologie (Smartphone und zugehörige Anwendungen) bei der Artenbestimmung und bei der Vermittlung von Biodiversitätswissen.

  • Durchführung begleitender und/oder vorbereitender Fortbildungsangebote für die Lehrkräfte im Bereich Biologischer Vielfalt an den regionalen Umweltbildungszentren.

  • Erprobung der Einbindung außerschulischer Lernorte in die Lehrerbildung in einem Bundes-Modellvorhaben mit der Universität Kassel.

    [1] neben Sachkunde und Biologie vor allem auch die Fächer Geographie und Politik/Wirtschaft

Förderung der Biologischen Vielfalt durch Maßnahmen am Gebäude und in den Außenanlagen des neuen Dienstgebäudes des Hessischen Sozial- und Integrations­ministeriums in Wiesbaden, sofern mit dem Investor eine entsprechende Vereinbarung getroffen werden kann.

  • Bei der Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans Hessen 2025 wird die Erhaltung der Biologischen Vielfalt durch zahlreiche Festlegungen unterstützt:

    a. Integration der hessischen Biotopverbundplanung im Kapitel ‚Flora, Fauna und Landschaft, einschließlich Vorgaben zur weiteren Konkretisierung auf nachfolgenden Planungsebenen (z. B. der Regionalplanung).
    b. Besondere Berücksichtigung des Schutzes windenergiesensibler Fauna beim Ausbau der Windenergie auf Grundlage des bei der „Änderung des LEP Hessen 2000 -Vorgaben zur Nutzung der Windenergie“ entwickelten Konzepts der Schonung von Schwerpunktvorkommen dieser Arten.
    c. Nachhaltige Sicherung der natürlichen Lebensräume, auch durch die Festlegungen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel, wie z.B. Freihaltung klimarelevanter Freiflächen in verdichteten Räumen oder Schutz des Landschaftswasserhaushaltes mit seiner hohen Bedeutung für das Lokalklima.

  • Erstellung praxistauglicher Vermeidungskonzepte für windenergiesensible Arten (z. B. Rotmilan, Schwarzstorch) und gezielte Einbringung in die Planungen zum Windener-gieausbau in Hessen. Besondere Beachtung finden diese Vermeidungskonzepte in ersten Pilotprojekten bei der Erstellung der sachlichen Teilpläne Energie in den hessischen Regierungsbezirken, wie z.B. im integrativen Gesamtkonzept für das Vogelschutzgebiet Vogelsberg, das einen FFH-verträglichen Windenergieausbau insbesondere in Vorbelastungsbereichen des großräumigen Vogelschutzgebietes in Verbindung mit Maßnahmen zur Stabilisierung der von der Planung betroffenen Arten vorsieht.

  • Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes und der Biodiversität in Flurbereini­gungsverfahren durch einen intensiven Abstimmungsprozess, insbesondere mit den für Naturschutz zuständigen Behörden, den nach Naturschutzrecht anerkannten Vereinigun­gen sowie den beteiligten Grundstückseigentümerinnen und Grundstücks­eigen­tümern, zur Sicherstellung der Ausweisung und Herstellung von landschafts-gestaltenden Anla­gen im Rahmen der Fachplanung der Flurbereinigungsbehörde. Hierzu zählen z.B. die Anlage oder die Aufwertung von Streuobstwiesen, Vernetzungs-elementen wie Blüh­streifen oder breite Gewässerrandstreifen, die zugleich der Reduzierung diffuser Stoffeinträge in die Gewässer dienen, die Beseitigung von Wehren und die Anlage von Aufstiegshilfen in und an Gewässern.

  • Zur Minimierung des Flächenverbrauchs wirkt die Raumordnung auf einen Vorzug der Innenentwicklung vor der Ausweisung neuer Siedlungsflächen im Außenbereich hin.

  • Unterstützung der Belange der Biodiversität beim Breitbandausbau auch über die Landesgrenzen hinaus durch den gemeinsam mit dem hessischen Umweltministerium
    erstellten „Naturschutzleitfaden zum Breitbandausbau“, in dem flexible Möglichkeiten eines naturverträglichen Breitbandausbaues beschrieben sind und der vom Breitband-büro des Bundes in seine Arbeitshilfen aufgenommen wurde. Dieser sieht vor, dass der schon während der Entwicklung des Leitfadens initiierte Dialog zwischen Naturschutz-behörden und Planungsträgern in der Anwendungsphase fortgesetzt wird, wodurch ein Erfahrungsaustausch über konfliktarme, d. h. naturverträgliche und effiziente Planungen ermöglicht wird.

  • Umfassende Berücksichtigung der naturschutzrechtlichen Anforderungen des Arten- und Biotopschutzes bei den Infrastrukturvorhaben durch

    a. Lenkung der naturschutzrechtlich erforderlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in naturschutzfachlich wertvolle Bereiche als multifunktionales Maßnahmenkonzept, so zum Beispiel in FFH-Gebieten, als Beitrag zur Entwicklung und Stabilisierung des Netzes Natura 2000.
    b. Minimierung der Zerschneidungswirkung von Lebensräumen infolge neuer Straßeninfrastrukturvorhaben durch die Errichtung von Grünbrücken in Bereichen wertvoller Vernetzungskorridore.
    c. Minimierung des Flächenverbrauchs durch Infrastrukturvorhaben, indem soweit als möglich nicht mehr benötigte Infrastrukturen rückgebaut und nicht mehr beanspruchte Flächen entsiegelt werden.
    d. Verwendung von Saatgut und Gehölzen bei Pflanzungen möglichst  nur innerhalb ihrer Vorkommensgebiete, was ab 2020 ausschließliche Gültigkeit haben soll.

  • Steigerung der Qualität der Naturschutzdatenabgabe an das hessische Naturschutz­informationssystem NATUREG durch die Umstellung der Datenbank von Hessen Mobil (KOMP) auf ComLivis, wodurch zugleich Umsetzung und Unterhaltung von Kompen­sationsmaßnahmen optimiert werden, weil mit der neuen Datenbank flexibel auf die kommenden Anforderungen zur Erhaltung der Biodiversität und zum Schutz der natür­lichen Lebensgrundlagen reagiert werden kann. Die Datenbank bildet zugleich die Grundlage für die Kontrolle der Unterhaltung von planfestgestellten ökologischen Maßnahmen.
  • Stärkere Berücksichtigung von Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität, insbeson­dere im Bereich der Außenanlagen, bei der Planung und Umsetzung von Baumaßnahmen im Zuständigkeitsbereich.

  • Erarbeitung von Handlungsoptionen, um bei Denkmalschutzmaßnahmen die Bio­diversitätserhaltung und -förderung zu unterstützen.

  • Die Forschungsaktivitäten der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrich-tungen auf dem Gebiet der Biodiversität sind bereits sehr umfangreich und vielfältig. Da-rüber hinaus sollen die biodiversitätsfördernden Maßnahmen der hessischen Hochschulen und  Forschungseinrichtungen erfasst und an andere Standorte als Umsetzungsanregung weitergegeben werden, wodurch alle Einrichtungen nicht nur verstärkt für das Thema sensibilisiert, sondern zu diesbezüglich Aktivitäten motiviert werden sollen.

Ausweitung der vorhandenen extensiven Dachbegrünung auf der Hessischen Landes­vertretung in Berlin und insektenfreundliche Gestaltung durch geeignete Blühpflanzen.