Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Juni 2021: Mopsfledermaus & Petra Gatz

Gefährdeter Vampir

Die Mopsfledermaus ist leicht zu erkennen, aber sehr schwer zu finden. Ihre Merkmale sind die gedrungene Nase und das schwarze, dichte und seidige Fell mit den helleren Haarspitzen. Sie zählt zu den seltensten Fledermausarten. Am liebsten bleibt die Mopsfledermaus am gleichen Ort und bezieht Behausungen aus Alt- und Totholz.

Bis zu dreißig Weibchen bilden gemeinsam eine Wochenstube und bringen in der Regel je ein Junges zur Welt. Die Mopsfledermaus ernährt sich vorrangig von Nachtfaltern, aber auch Mücken und anderen Insekten, sofern sie diese mit ihrem Kiefer zerdrücken kann.

Kategorie rot: Der Erhaltungszustand der Mopsfledermaus in Hessen ist schlecht.

Bild Mopsfledermaus: © Éric Médard
www.ericmedard.com

Eine fliegende Fledermaus spiegelt sich in Wasser wider. Es ist Nacht. das Wasser dampft.

 

„Mich faszinieren und beeindrucken
die unglaublichen Fähigkeiten, die
Mopsfledermäuse haben."

- Petra Gatz -

Bildergalerie Petra Gatz

Referentin für Fledermausschutz beim NABU Landesverband Hessen und Projektleiterin „Fledermausfreundliches Haus“. Ihr Lebensmotto: Die Mischung macht’s! Petra Gatz ist Fan von gelebter Lebensfreude.

Drei Fragen an Petra Gatz


Warum und seit wann setzen Sie sich für den Artenschutz ein? Was ist Ihre Motivation?

Ich bin sehr ländlich aufgewachsen, was sicherlich ein Grund dafür ist die Umgebung mit allem was da so kreucht und fleucht wahrzunehmen und zu erleben. Für mich war es schon immer das Größte draußen zu sein, egal bei welchem Wetter. In meiner Kindheit war es noch so, dass es hieß „wenn es dunkel wird bist du wieder zu Hause“. Und so gab es immer tolles und spannendes zu sehen, erleben und zu entdecken – in Feld, Wald und Wiese. Das ist sozusagen schon von klein auf fest in mir verankert und „genau mein Ding“. Dass ich mich dahingehend auch beruflich ausrichte, war für mich als junge Erwachsene erst nicht sehr konkret. Ich war inklusive Ausbildung 18 Jahre lang bei Hessen-Forst im Verwaltungsbereich, um dann zu merken es ist Zeit für eine Veränderung – ich möchte das oder etwas tun, was mir und meinen Interessen und Leidenschaft entspricht. Seit 2005 bin ich beim NABU Hessen, fest angestellt mit 100 %-Tätigkeiten rund um das Thema Fledermäuse.

Was fasziniert Sie an diesem Tier?

Mich faszinieren die unglaublichen Fähigkeiten die diese Tiere haben – das einzige fliegende Säugetier bei uns. Biologie und Lebensweise der Fledermäuse im Allgemeinen (Echoortung der Lebenszyklus im Jahresverlauf) beeindrucken mich sehr und das immer wieder aufs Neue. Und genauso beeindruckend finde ich die Besonderheiten und Spezialisierungen innerhalb der einzelnen Arten. Ich bin der Meinung, wenn ein Lebewesen die perfekte Überlebensstrategie hat, dann die Fledermäuse und das seit mind. 50 Millionen Jahren. Und man weiß noch immer erst so wenig über sie – und manches wird man vielleicht auch gar nicht herausfinden, aber genau das finde ich sehr sympathisch.

Wenn Sie das Sprachrohr des Tieres wären: Was würden Sie uns sagen?

Fledermäuse sind auf die Hilfe und Unterstützung des Menschen angewiesen – Sicherung und Erhalt von Quartieren am Gebäude und im Wald, Schutz und Erhalt der Lebensräume und des Nahrungsangebotes. Fledermausschutz bedeutet automatisch Schutz und Erhalt von Ökosystemen, wovon wiederum unzählige weitere Tier- und Pflanzenarten profitieren.

Collage aus zwei Bildern. Links sitzt ein kleines Braunkehlchen mit weiß-braunem Gefieder oben auf einer lila Distel. Rechts schaut Franziska Schmidt in eine Kamera mit Objektiv.
Braunkehlchen & Franziska Schmidt
Collage aus zwei Bildern. Link sitzt eine Goldwespe und schimmert grün, orange und gelb. Rechts lacht Sybille Winkel in gelben Pullover in die Kamera.
Goldwespe & Sibylle Winkel
Collage aus zwei Bildern. Links sitz ein Schmetterlink mit blauem Körper und grauen Flügeln auf einer lila Wiesenknopfblüte. Rechts schießt Claudia Hepting ein Foto.
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling & Claudia Hepting