Biodiversität in Hessen

Für uns und nachfolgende Generationen

Tiere des Jahres

Fischotter
Tier des Jahres 2021

ist ein Einzelgänger mit faszinierenden Anpassungen an seine Lebensweise im Wasser und an Land. Wie ein artistischer Kunstschwimmer jagt er Fische und taucht nach Amphibien, ist aber auch an Land geschickt in der dichten Ufervegetation auf der Suche nach Nahrung.

Auslober: Deutsche Wildtier Stiftung, Hamburg

Der Fischotter steht instehendem Gewässer umgeben von Ästen und Algen. Sein schwarzes Fell und Schnurrhaare sind mit Algen bedeckt.

Sein einmaliges Fell wäre ihm fast zum Verhängnis geworden: Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Fischottern nachgestellt, um ihre kostbaren Pelze zu verarbeiten. Zudem wurden Otter als Schädlinge an Fischteichen stark bejagt und viele Fischotter ertranken in Fischreusen. In vielen Teilen Deutschlands gilt der Fischotter nach wie vor als ausgestorben.

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Foto: © Nick Hurst / www.bearprintsphotography.info

Wissenschaftliche Fotoaufnahme des Atlantischen Herings, Seitenansicht auf weißem Hintergrund. Foto: Eric Otten, Deutscher Angelfischerverband (DAFV)
Fisch des Jahres 2021, Atlantischer Hering (Clupea harengus)
Der atlantische Hering ist häufig und weit verbreitet. Die kommerzielle Fischerei fängt jährlich bis zu hunderttauend Tonnen. Seine Gefährdung ist Zeichen für den Rückgang der Biodiversität in den Weltmeeren. Foto: DAFV, Eric Otten

Atlantischer Hering
Fisch des Jahres 2021

Der Hering ist eine häufige und weit verbreitete Fischart, von der die kommerzielle Fischerei jährlich bis zu hunderttauend Tonnen fängt. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres sollen der Hering und seine Gefährdung, aber auch die bedrohte biologische Vielfalt im Meer verstärkt Aufmerksamkeit erhalten.

Heringsschwärme können mehrere Tausend Fische umfassen. Sie leben im Freiwasser der Meere und halten sich meist in Tiefen von 150 bis 350 Metern auf. Abends wandern sie zur Nahrungsaufnahme an die Oberfläche. Heringe fressen Zooplankton, das sie aktiv jagen, können aber bei entsprechendem Nahrungsangebot auch zu einer filtrierenden Nahrungsaufnahme übergehen.

Auslober: Deutschen Angelfischerverband (DAFV) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST)

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Foto: © Eric Otten / DAFV

Ein Insekt auf einem gebogenen Grashalm. Seitenansicht im leichten Gegenlicht. Durchscheinende Flügel.
Dänische Eintagsfliege, Insekt des Jahres 2021
Seit mehreren Millionen Jahren gibt es Eintagsfliegen. Sie besiedeln kleinste Bäche, aber auch Flussläufe. Die Entwicklung zum flug- und vermehrungsfähigen Insekt ist von naturnahen, intakten Gewässern abhängig.

Dänische Eintagsfliege
Insekt des Jahres 2021

Anders als der Name vermuten lässt, umfasst der Lebenszyklus einer Eintagsfliege – von der im Wasser lebenden Larve bis zum Fluginsekt – im Schnitt zwei Jahre. Die erwachsenen Insekten leben dann jedoch nur noch zwei bis vier Tage.

Es gibt Eintagsfliegen schon seit etwa 355 Millionen Jahren. Heute leben in Mitteleuropa aber nur etwa 140 Arten. Die Dänische Eintagsfliege (Ephemera danica) ist ein Vertreter einer sehr alterstümlichen Gruppe.

Auslober: Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut, Müncheberg

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Foto: © Wolfgang Kleinsteuber / Senckenberg Entomologie-Institut

Wanderlibelle hängend an einem Pflanzenstengel. Transparente Flügelpaare seitlich ausgebreitet. Der Insektenkörper schimmert golden.
Die Wanderlibelle ist Libelle des Jahres 2021
Bisher bewegen sich Schwärme zwischen Afrika und Asien hin und her, um die temporären Fortpflanzungsgewässer nach Monsunregen zu nutzen. In Deutschland ist sie erstmals 2019 nachgewiesen worden.

Wanderlibelle
Libelle des Jahres 2021

Mit dieser Wahl machen die Auslober auf die voranschreitende Klimakrise aufmerksam. Denn die Wanderlibelle profitiert von den immer schneller voranschreitenden Klimaveränderungen und wurde 2019 das erste Mal in Deutschland nachgewiesen. Die Wanderlibelle in Deutschland ist kein Zufall. Vielmehr ist sie ein Indiz der Klimaveränderung.

In riesigen Schwärmen wandert sie zwischen Afrika und Asien hin und her, um die Monsunregen zu nutzen und immer gerade dort anzukommen, wo die Wetterfronten systematisch die passenden Fortpflanzungsgewässer bereitet haben.

Auslober: BUND, Berlin

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Foto: © Michael Post / BUND

Mai-Langhornbiene fliegt von Blüte zu Blüte. Die Männchen haben ausgeprägt lange Fühler.
Mai-Langhornbiene, Wildbiene des Jahres 2021
Ein gesteigertes Nahrungsangebot im Offenland ist für die Mai-Langhornbiene wichtig. Gerade durch die Spezialisierung auf Lippenblütler sollte auf einen ausreichenden Anteil an artenreichem Grünland in der Feldflur geachtet werden. Foto: Mühlberger

Mai-Langhornbiene
Wildbiene des Jahres 2021

Die Mai-Langhornbiene (Eucera nigrescens) ist etwas größer als die Honigbiene, wirkt ein wenig plump und ist pelzig orange-braun behaart. Sie hat besondere Ansprüche an ihre Nahrungspflanzen, denn sie besucht ausschließlich Schmetterlingsblütler (Zaun-Wicke), die zur Flugzeit in Wiesen, an Wegrändern und Waldsäumen blühen.

Die Männchen erscheinen deutlich vor den Weibchen meist ab Mitte April bis Anfang Mai und patrouillieren in rasantem Flug bevorzugt an Beständen der Zaun-Wicke. Dabei folgen sie auffällig stets den Flugbahnen, die von ihnen durch Duftmarken festgelegt wurden, und erwarten die Weibchen. Das Nest legen die Weibchen in der Erde an vegetationsfreien oder nur spärlich bewachsenen Stellen an.

Auslober: Kuratorium Wildbiene des Jahres, Wildbienen-Kataster, Stuttgart

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Weiter zum Film, Wildbienen-Kataster.de

Foto: © I. Mühlberger / Wildbienen-Kataster

Weibliche Spinnen auf einem Laubblatt. Hell-dunkel gebänderte Beine. Auffällige Zeichnung am Kopf.
Der Zweihöcker-Spinnenfresser, Spinne des Jahres 2021
Bodenstreu verschiedener Waldtypen gilt als naturnaher Standort. Aber auch im Stammbereich, an warmen Waldrändern und in Sträuchern. Foto: H. Höfer

Zweihöcker-Spinnenfresser
Spinne des Jahres 2021

Diese Spinnenfamilie zählt weltweit 154 Arten, in Europa sind 10 Arten bekannt. Neben dem Zweihöcker-Spinnenfresser (Ero furcata) haben drei weitere Arten dieser Gattung ihren Verbreitungsschwerpunkt in Mitteleuropa. Vornehmlich bis 800 m Seehöhe, kann aber auch in montane Gebiete (bis 1500m) vordringen.

Der Zweihöcker-Spinnenfresser ernährt sich ausschließlich von anderen (Netz)Spinnen. Ohne eigenes Netz besucht die Spinne am Abend und in der Nacht aktiv andere Netze. Durch geschicktes Zupfen wird ein Beutetier vortäuscht.

Auslober: Arachnologische Gesellschaft e.V., Putbus

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Foto: © H. Höfer / Arages.de

Talpa europaea: Ein sensibler Schädlingsbekämpfer

Der heimische Maulwurf ist eine von weitweit 50 Arten. Er gehört zu den Insektenfressern.
Ganz wichtig: Er frisst nicht etwa die Wurzeln unserer Garten- und Gemüsepflanzen, sondern jagt in seinen langen unterirdischen Gängen sehr gerne Schädlinge wie Schnecken, Assel, Engerlinge und Schnakenlarven.

Maulwurf (Talpa europaea)

Foto: © Ingo Bartussek / AdobeStock

Der Maulwurf ist ein ausgesprochener Nützling im Garten.

Sogar die ungeliebten und sicherlich auch nicht überall tolerierbaren Erdhaufen sind letztlich sehr nützlich. Durch den Aushub seiner Gänge, die oberflächennah (10-20 cm tief) verlaufen, durchlüftet der Maulwurf den Boden und sorgt beim Hügelaufwerfen für eine feinkrümelige Struktur.

Allein das Vorhandensein eines Maulwurfs spricht für gute Kulturbedingungen im Garten. So können Sie die Erde der Maulwurfshügel als Substrat für Blumenbeete und Topfpflanzen verwenden. Ein Mischen mit Sand und Kompost optimiert die Eigenschaften, ist aber meist nicht nötig.

Unterirdischer Jäger
Der unterirdische Jäger
Maulwurf (Talpa europaea)

Manche Dinge mag der Maulwurf gar nicht.

Auch wenn der Talpa europaea nicht in seinem Bestand gefährdet ist — er steht unter Naturschutz. Das Töten, Verletzen, Bejagen und Fangen sind mit hohen Strafen belegt. Doch Vergrämung ist erlaubt.

Achten Sie auf regelmäßiges Nutzen der (Rasen-)Flächen. Legen Sie Hundehaare oder stark riechende Gegenstände in seine Gänge. Oder bauen Sie ein klapperndes Windspiel, dass in den Boden gespießt regelmäßig Schallwellen produziert. Der Maulwurf verzieht sich meist von selbst, wenn ihn Gerüche, Geräusche und Erschütterungen in seiner Ruhe stören.

Er verfügt nämlich über einen hervorragenden Geruchs‑, Tast- und Hörsinn. Mit seiner Schnauze kann er sogar elektrische Reize spüren. Seine Augen - ja, er hat Augen! - können lediglich hell und dunkel unterscheiden. In seinen Gängen erreicht er eine Laufgeschwindigkeit von 4 km/h und ein durchschnittliches Alter von 3-4 Jahren.

In Siedlungsnähe werden Maulwürfe gelegentlich von Hund und Hauskatze getötet. Die wahren Feinde sind aber Eulen und andere Greifvögel, Rabenvögel, Weißstorch, Fuchs und Marderarten sowie Wildschweine.

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Vielfalt im Pflanzenreich fördern

Pflanzen des Jahres 2021